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Über die chinesische Frage - eine Buchvorstellung

[06.05.2007] Aus dem Vorwort

Die ersten zwei Sachen, an die man denkt, wenn man über das China der jüngsten Vergangenheit spricht,  sind das Massaker 1989 und das Wirtschaftsboom in den letzten Jahren – wir reden mal noch nicht über die ganzen Fakten hinter der hohen Wachstumsrate, die auf lange Sicht eigentlich die Ausweglosigkeit der chinesischen Wirtschaft aufweisen.

Allerdings bleiben für die meisten im Westen viele Fragen offen: Wie die Chinesen im Nachhinein das Massaker 1989, die größte Bürgerbewegung seit der Machtübernahme der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh), und die darauf folgende Hetzpropaganda der Kommunistischen Partei Chinas gegen diese Bewegung empfunden haben; wie das heutige Leben und Gedanken der Chinesen davon geprägt sind; wie die chinesischen Oppositionen, normale Bürger, Glaubensgemeinschaften, die von der KPCh unterdrückten sogenannten chinesischen Minderheiten wie Tibeter, Uyguren und Mongolen, sowie Menschenrechtsanwälte seit 1989 jeweils auf ihre eigene Weise gegen die kommunistische Diktatur, aber auch gegen ihre eigene Angst vor grausamen Maßnahmen der KPCh gekämpft haben; wie das kommunistische Regime in China versucht hat, aufzurüsten und ihren militärischen Einfluss auf die anderen Teile der Welt auszuweiten; wie die Austrittswelle aus der KP und allen mit ihr verbundenen Organisationen, die durch die Artikelserie „Neun Kommentare über die Kommunistische Partei“ Ende 2004 ausgelöst wurde, sich in die Geschichte Chinas einschlich, wobei das chinesische Volk allmählich die Gehirnwäsche der KP endlich loswurde.

In diesem Buch werde ich versuchen, mich auf den Zeitraum nach der Bürgerbewegung 1989 zu konzentrieren, und obengenannte Fragen aus der Sicht einer Chinesin, die in diesem kommunistischen System in China aufgewachsen ist, detailliert zu beantworten. Die Frage der chinesische Wirtschaft habe ich mit Absicht weggelassen, denn diese Frage ist zwar auch mit der Zukunft Chinas verbunden. Aber da dieses Thema zu komplex ist kann man es nicht in einem Kapitel eines Buches erklären, sondern eher in einem separaten Buch.

Auch bleibt die Frage offen, ob China vor einer blutigen oder friedlichen Wende steht. Für mich kommt das darauf an, ob genug chinesische Bürger, besonders in der Regierung, Militär und unter den Polizisten die Ausweglosigkeit des kommunistischen Regimes ins Auge fassen und sich von dem geistigen Fesseln dieser KP-Diktatur befreien können. Man vergleicht oft die Rote Mauer in China mit der Berliner Mauer. Als die Deutschen aus Ost-Berlin im November 1989, einige Monate nach dem Massaker an unschuldigen chinesischen Studenten und Bürgern in Peking 1989, die Berliner Mauer gestürzt haben, haben weder die Polizisten noch die Soldaten diese angeschossen oder irgendwie verhindert. Sonst hätte es vielleicht zu einem Konflikt, ja sogar einem Bürgerkrieg geführt. Das dürfte wohl ein Vorbild jeweils für das chinesische Volk und für die chinesischen Regierungsorgane sein, wenn es in China eines Tages so weit kommt.


Fortsetzung folgt.




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Erstellt 2003   http://www.china-intern.de