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Der Endkampf ums Öl hat begonnen

[04.01.2008]

In einer Zeit, in der das Peakoilphänomen immer offensichtlicher wird und der Ölpreis fast monatlich zu neuen Höhenflügen ansetzt, erhebt ein neuer Leviathan sein Haupt: China
Weltweit sind Abgesandte des chinesischen Regimes unterwegs, um sich die verbleibenden Ölvorräte zu sichern.
Politiker, vor allem in asiatischen und amerikanischen Staaten sind zunehmend beunruhigt über die Methoden, mit denen sich China Zugang zu den Weltenergiereserven verschafft.
Der Konflikt, so schreiben bereits ausländische Kommentatoren, sei unausweichlich. Der Kampf ums Öl werde bald mehr die Schlagzeilen beherrschen als der Kampf gegen Terror oder der Irakkrieg.



Vor zehn Jahren noch war China Exporteur von Öl, es wurde an benachbarte asiatische Länder verkauft.


Daniel Yergin von den Cambridge Energy Research Associates meint, China sei bereits der alles entscheidende Faktor bei den Ölpreisen geworden, anders als Japan oder die USA.


40 Prozent des Zuwachses beim Ölverbrauch, gerechnet von 2000 an, geht auf China zurück.


In diesem Quartal allein wird ein Verbrauchszuwachs von 21 % vorausgesagt.






Woher kommt dieser enorme Energiehunger der Chinesen?






Durch die Umweltzerstörung ist China nicht mehr in der Lage, genügend Strom zu produzieren, Wasserkraftwerke bringen nicht mehr die volle Kapazität oder müssen abgeschaltet werden. Die Kohlevorräte wurden durch Mißwirtschaft teilweise vernichtet, was noch übrig ist, kann nur unter erschwerten Bedingungen produziert werden. Kernkraftwerke können wegen der Umweltzerstörung bei Flüssen ebenfalls nicht mehr eingesetzt werden, da die Wasserkühlung durch Dürreperioden nicht mehr gewährleistet ist. Also wurde Öl ein Hauptfaktor.






Noch dramatischer ist der Energiehunger der Privaten. Firmen müssen sich selbst mit Öl versorgen, da der Staat oft keinen Strom mehr liefern kann.


China hat eine ca. 5 bis 10 Prozent zählende Oberschicht - Menschen, die von der KP oder deren Korruption direkt oder indirekt profitieren. Diese wurden sehr schnell unheimlich reich.


Diese Oberschicht hat die Tendenz entwickelt, riesige spritschluckende SUVs ( großer Jeep ) zu fahren. Je größer desto prestigeträchtiger. Da diese Schicht immerhin aus Dutzenden von Millionen besteht, ist die Auswirkung auf den Ölverbrauch beträchtlich.


So wie Sia Lan, eine 35-jährige Frau aus Peking es jüngst in einem Radiobericht ausdrückte:






„Ich habe einen PKW und einen SUV. Früher fuhr ich mit dem PKW weil er weniger Sprit verbraucht, aber jetzt fahre ich mit dem SUV, denn ich kann dann endlich auf alle anderen Autos herabschauen.“






Interessenskonflikt mit den U.S.A. in mittleren Osten






Heute kommen bereits 60 % des Öls für China aus jener Region, die Region, in der die Interessen der USA mit denen Chinas kollidieren.






Während des Kalten Kriegs interessierte sich China nicht für diese Region, die politische Instabilität jener Zeit hielt China davor ab, engere Bindungen mit dem Nahen Osten zu knüpfen. Außerdem war China damals selbst Exporteur von Öl, immerhin bis Mitte der Achtziger war es durch die fehlende Massenmotorisierung so.






Gegenwärtig hat das kommunistische Regime nur zwei außenpolitische Obsessionen: Taiwan und die Sicherung von Rohstoffquellen






Die Welt des Öls kontrollieren






Heute kommen 60 Prozent von Chinas Ölimporten aus jener Region. Mithilfe von bilateralen Verträgen, Waffengeschäften sowie gegenseitigem Technologietransfer – Nukleartechnologie, Leitsysteme für Raketen und ähnlichem - schaffte es China mehr noch als durch internationale Mechanismen, Beziehungen zu festigen. So sicherte sich China Ölförderrechte in einigen der turbulentesten Regionen, wie dem Iran, Sudan, Libyen, Algerien und bis zum letzten Krieg auch dem Irak.


Der Fall des Sudan, wohin sich die internationale Aufmerksamkeit immer mehr richtet, rückt Chinas Rolle in den Vordergrund. Es zeigt, dass Chinas Interessen direkt mit denen der USA kollidieren.






Chinesische Truppen im Sudan






Während Washington die Welt und den UN-Sicherheitsrat drängte, Friedenstruppen in den Sudan zur Beendigung der Stammes- und Religionsfehden zu schicken, hat China bereits 4000 Soldaten im Sudan stationiert. China fürchtet, dass der Bürgerkrieg sein Ölprojekt gefährdet. Es weigerte sich auch, das arabisch geprägte Regime mit Sanktionen zu belegen, eine Forderung, die der Westen aufbrachte. Immerhin ist der Sudan ein wichtiger Abnehmer von Chinesischen Waffen, mit denen die Bewohner von Darfur dann getötet werden.






Es ist deshalb sehr bezeichnend, dass China einer der heftigsten Opponenten des Irakkrieges war, da es zukunftsträchtige Ölförderechte vom Saddamregime erhalten hatte,darunter nicht wenige Exklusivförderrechte. Für die USA bedrohlicher sind die immer enger werdenden Beziehungen zwischen China und Saudi-Arabien. China nutzt die substantielle Verschlechterung der ehemals hervorragenden Beziehung zwischen den USA und Saudi-Arabien.


All dies sind die Vorläufer des nahenden Konflikts um Öl zwischen dem Westen, vor allem den USA und China. Er kommt schneller als erwartet und der Westen ist nicht vorbereitet, niemand will sich ernsthaft damit auseinandersetzen.










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Erstellt 2003   http://www.china-intern.de