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Gefolterter Mönch wusste, dass er sterben musste[18.10.2003] Ergreifender Abschiedsbrief an den Dalai Lama Frankfurt am Main / Lhasa / Washington (16. Oktober 2003) -
"Seit dem 11. September 2001 hat die Volksrepublik China ihre Unterdrückungsmaßnahmen gegen die buddhistischen Tibeter und gegen Angehörige der Falun Gong Bewegung nochmals intensiviert. China ist weltweit der Menschenrechtsverletzer Nr. 1", stellt die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) fest. Am 18. Oktober spricht der Dalai Lama, der in überzeugender Weise gewaltfrei für die Wahrung der Menschenrechte und für die Autonomie seines Landes eintritt, in der Berliner Humboldt Universität zum Thema "Freiheit leben - Frieden sichern!". Der tibetische Mönch Nyima Drakpa, der am 2. Oktober an den Folgen der in der Haft erlittenen Misshandlungen starb, war für die Freiheit seines Volkes eingetreten. Infolge der chinesischen Herrschaft bis heute hat Tibet keinen Frieden gefunden hat. Drapka war inhaftiert, weil er anti-chinesische Plakate geklebt hatte. Er hinterließ einen Brief, in dem er die Qualen beschreibt, die ihm die zugefügt wurden. Radio Free Asia (RFA) gelangte in den Besitz desselben und stellte ihn der IGFM zur Verfügung. Der Brief, der das Datum 1. April 2001 trägt und an das im Exil lebende Oberhaupt der Tibeter, den Dalai Lama, gerichtet ist, sollte nach Nyima Drakpas Tod veröffentlicht werden. Nyima Drakpa starb am 2. Oktober um 4 Uhr früh im Kreis Tawu (chin. Daofu), einem traditionell von Tibetern bewohnten Landstrich, der jetzt Teil der chinesischen Provinz Sichuan ist. Er schrieb: "Am 22. März 2000, als ich in Lhasa war, kamen vier Männer des Public Security Bureau von Tawu und nahmen mich fest. Ohne irgend eine Frage zu stellen, schlugen sie mich so entsetzlich, dass ich kein Wort mehr hervorbringen konnte. Ohne Essen oder auch nur einen Tropfen Wasser setzten sie mich in ein Flugzeug und brachten mich nach Chengdu, wo ich zehn Tage lang festgehalten wurde. In dieser Zeit wurde so maßlos geschlagen, daß ich mich vor Schmerzen nicht mehr rühren konnte. Erbarmungslos schlugen sie mich halbtot, so daß meine Beine völlig taub wurden. Unter entsetzlichen Schmerzen und Folterungen gestand ich schließlich, daß ich die Posters angebracht hatte. Daraufhin verurteilte mich das Gericht von Kardze am 5. Oktober zu neun Jahren Gefängnis. Meine Leiden gehen weiter, ich kann nicht richtig essen, und meine Beine sind durch die Mißhandlungen nicht mehr funktionsfähig. Ich weiß, daß ich nicht mehr lange leben werde. Aber ich habe keine Angst vor dem Tod. Ich appelliere an Seine Heiligkeit, den Dalai Lama, die Welt von meinem Schicksal in Kenntnis zu setzen. Alle unsere tibetischen Brüder und Schwestern sollen wissen, wie die Chinesen uns unter Mißachtung aller Gesetze mit Folter und Gefangenschaft drangsalieren. Vereint sollten wir alle gegen China protestieren." In diesem mit Kheri Nyima Drakpa unterzeichneten Brief beschrieb er sich als "einen tibetischen jungen Mann aus dem Kreis Tawu in der Region Kham des vormaligen Tibet." Weiter heißt es darin: "Ich bin den Tibetern zutiefst verbunden und habe grenzenlose Zuneigung zu ihnen. Durch meine Studien erfuhr ich, wie rückständig unser Volk ist und wie uns die grundlegenden Menschenrechte vorenthalten werden, so daß wir unsere eigene Sprache nicht benützen dürfen... Mit anderen Worten, wir haben überhaupt keine politische Autorität in unserem eigenen Land. Nachdem ich die wundervolle Geschichte unserer Vorfahren studiert habe, die unser Land regierten, fand ich den Mut und die Entschlossenheit, wenn es sein muß, sogar mein Leben für meine Landsleute zu opfern. Ich sehne mich nach einem unabhängigen Land, das uns gehört und in dem alle Tibeter wahre Freiheit genießen können." Mehr Infos zum Thema Menschenrechte unter www.igfm.de 193 Seitenaufrufe
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