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Und noch einer ist frei

[08.06.2005] Den baldigen Untergang des teuflischen Regimes vor Augen, wagen offenbar immer mehr den befreienden Schritt in die Freiheit. Hao Fengjun, ein geflohener chinesischer Stasi-Agent, der in Melbourne/Australien untergetaucht ist, ging heute an die Öffentlichkeit. Er wurde von einem weiteren Flüchtigen, Chen Yonglin, einem hohen Diplomaten des chinesischen Generalkonsulats in Sydney/Australien dazu inspiriert .

Chen Yonglin hatte am Samstag bei einer Veranstaltung zum Gedenken an das Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens am 4. Juni 1989 gesprochen, nachdem er wenige Tage zuvor seinen Posten verlassen hatte und mit seiner Familie untergetaucht war. Sowohl Chen Yonglin als auch Hao Fengjun wurden durch die Neun Kommentare über die KPC in The Epoch Times dazu bewogen, Informationen über die massiven Menschenrechtsverletzungen in China zu enthüllen, besonders an Falun Gong-Praktizierenden. Beide berichteten ebenfalls über umfangreiche chinesische Spionage-Aktivitäten in Australien.


Nachdem er seine Touristen-Gruppe im Februar in Australien verlassen hatte, bat der 32jährige Hao Fengjun um politisches Asyl. Am 6. Juni sagte er dann in einem Interview mit The Epoch Times, dass er zum Büro 610 des Bezirks Tianjin gehörte.

Das Büro 610 ist ein chinesisches Sicherheits-Organ, eingerichtet speziell zur Überwachung der Verfolgung von Chinesen, die Falun Gong praktizieren oder anderen spirituellen Gruppen angehören. Es wurde von 1999 bis jetzt auf über 1 000 000 Mitarbeiter aufgestockt.



„Ursprünglich befasste sich das Büro 610 speziell mit Falun Gong. Doch nach dem April 2004 fasste die Regierung in dem Büro 610 weitere religiöse Gruppen zusammen, die von ihr als „böse Sekte„ bezeichnet wurden.„ Hao sagte, dass es neben Falun Gong weitere 14 religiöse Gruppen gebe und ebenfalls 14 weitere „schädliche„ Qigong- Organisationen.



Auf die Frage, warum er China verlassen und in Australien Asyl gesucht habe, antwortete er: „Vor allem, weil ich denke, dass ich es nicht ertragen kann, was sie Falun Gong und anderen religiösen Organisationen angetan haben, das ist nicht, was ich tun möchte.„



Falun Gong ist eine Übungs- und Meditationspraktik, die die drei Prinzipien von Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Nachsicht befürwortet. Es war in ganz China weit verbreitet bis im Juli 1999 von der KPC verboten wurde und das Volk von ihr zu einer Kampagne brutaler Verfolgung aufgehetzt wurde. Hao bezeugt, dass Falun Gong Praktizierende von amtlicher Seite in China für ihren Glauben gefoltert wurden.



Hao bewunderte, wie der Diplomat Chen Yonglin offen gegen die Verfolgung von Demokratie-Befürwortern und Falun-Gong Praktizierenden durch die chinesische Regierung in Australien auftrat. Bei einer Kundgebung erklärte Chen öffentlich, dass er seinen offiziellen Pflichten, nämlich chinesische Dissidenten zu überwachen und zu belästigen, nicht länger nachkommen wird. Er enthüllte ein umfangreiches, in Australien operierendes Spionage-Netzwerk. „Chen Yonglin ist ein Diplomat, der es wagte, sich klar für Falun Gong und demokratische Aktivisten auszusprechen. Ich denke, als Polizist habe ich die Verantwortung das Gleiche zu tun.„ so Hao wörtlich.



„Ich wurde im Jahr 1994 Polizist und mochte diese Arbeit damals sehr, doch im Jahr 2000 wurde ich zum Büro 610 im Nationalen Büro für Öffentliche Sicherheit versetzt und stellte fest, das dies nicht das war, was ich tun wollte und was ein Polizist tun sollte.



Anfangs dachte ich, es wäre in Ordnung, doch im Oktober 2000 wurde der ursprünglichen Arbeits-Einheit ein Sonderfall übergetragen - Codename „103„ - und sie verhafteten mehr als 70 Falun Gong Praktizierende. Da gab es eine Praktizierende, die von den 610-Beamten als die „Nummer Eins„ unter den Falun Gong-Praktizierenden angesehen wurde, ihr Name ist Sunti.„



Laut Aussage von Hao ist Sunti gefoltert worden. „Eines Tages erhielt ich Order, mit einer anderen Polizistin zum Polizeibüro von Nankai zu gehen. Als wir ankamen, sahen wir Sunti im Verhörraum. Der Verhörende war der Leiter der Zweiten Abteilung des Büros 610. Als er sie verhörte, hatte er eine über einen Meter lange Metallstange in der Hand. Als wir den Raum betraten, stellte die Polizistin fest, dass Suntis Rücken über und über schwarz und blau war und zwei über 20 Zentimeter langen Einschnitte zeigte.



„Sunti hat eine 14-jährige Tochter. Sunti ist in meinen Augen keine Kriminelle. Ich fühlte mich gar nicht wohl, als ich sah, dass der Mann Sunti schlug. Seit diesem Vorfall habe ich mein Verhalten in Bezug auf mein Polizist-Sein geändert. ... Nach diesem Vorfall haben ein Beamter und ich Sunti fast einen Monat lang Medikamente gegeben. Jedes Mal forderte der Leiter des Büros 610 uns auf, nichts nach draußen darüber verlauten zu lassen. Dieser Vorfall war der Wendepunkt für mich.„



„Sunti erzählte mir von Falun Gong. Sie sagte „Wir sind nicht so, wie man euch erzählt hat. Falun Gong-Praktizierende wollen einfach gute Menschen sein, sie sind keine Kriminellen, so wie es das Büro 610 beschreibt. Das berührte mich tief und ich glaube Falun Gong-Praktizierende sollten nicht als Kriminelle gesehen werden.„



Was Herr Hao sagte über Folter und Menschenrechtsverletzungen, steht im Gegensatz zu den Behauptungen des chinesischen Botschafters Fu Ying, der am Montag, den 6. Juni, sagte, die chinesische Regierung sei seit den siebziger Jahren vorangekommen und es gäbe da viele Missverständnisse über das moderne China hinsichtlich der Menschenrechte. Die Erfahrungen von Herrn Hao als Beamter des Büros 610 widerlegt alle offiziellen Erklärungen der chinesischen Regierung, die behauptet, Falun Gong-Praktizierende nicht zu misshandeln.



Herr Hao beschrieb auch den weit verbreiteten Einsatz von Folter in der umfassenden Umerziehung durch das System der Arbeitslager in China. „Es ist in Arbeitslagern sehr normal Foltermethoden anzuwenden .... Eigentlich setzt jedes Arbeitslager Foltermethoden ein.„ „Über die Anzahl der Arbeitslager weiß ich landesweit nicht richtig Bescheid. Ich weiß, dass es in Tianjin sieben gibt.„
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