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CHINA: Das Gespenst der Inflation kehrt zurück

[30.11.2003] (Autor: Fang Han)

Nach dem Tiananmenmassaker verschwand die Inflation in China; jüngst aber kam sie mit Macht zurück auf die Bühne: Experten glauben

dass die Schuld hierfür die vier Billionen Yuan tragen, die die Regierung drucken ließ, um die schlechten Bankdarlehen zu verdecken ( Hierzu paßt die Meldung von Ende November, dass die Ratingagentur Standart and Poors die Anleihen der acht größten Banken Chinas Banken als Junkbonds einschätzte ).


Glaubt man diesen Experten, begann das Problem, als die chinesische Zentralbank binnen Jahresfrist damit begann, riesige Summen Geldes zu drucken, um damit die Wirtschaft anzukurbeln. Premier Wen Jiaobao kündigte an, dass die Regierung alljährlich 800 Milliarden Yuan an faulen Bankkrediten tilgen würde


Der Preis für landwirtschaftliche Erzeugnisse beginnt bereits zu steigen. Auf den Märkten Pekings stieg der Preis für Reis, Mehl und Öl um 10 bis 20 %. Rote und grüne Bohnen verteuerten sich von zwei auf drei Kilo pro Yuan, das ist ein Anstieg um 50 %. Analysen des Landwirtschaftsbüros ergaben, dass der Preis für 54 ausgewählte Gemüsesorten der höchste seit 1992 ist, wobei 38 Arten um annähernd 50 % angestiegen sind.


In Jiangsu, einer der reichsten Provinzen Chinas an der Küste, stieg der Preis für Reis sogar um das doppelte. Dieser Anstieg wurde jedoch durch lokale Sonderfaktoren verstärkt, insbesondere dadurch, dass durch den Immobilienboom zunehmend Bauern von ihrer Scholle vertrieben und enteignet werden, um Platz für Firmenansiedlungen und Infrastruktur zu schaffen. Ebenso nimmt das bebaubare Land in dort durch Umweltverschmutzung und Erosion immer mehr ab.


Nach Deng Xiaopings berühmter "Reise durch den Süden", auf der er die Reform- und Öffnungspolitik einleitete, erlebte China einen überhitzten Immobilienboom und Inflation. Zehn Jahre später kam, bedingt durch eine Änderung der Politik seitens des ehem. Premier Zhu Rongzhi, ein Preisverfall bei fast allen Gütern, der in eine Deflation mündete. In einigen Sektoren führte er zu einer Rezession und Stagnation beim Verkauf verschiedener Produkte, bei denen das Angebot die Nachfrage überstieg. Wirtschaftexperten glauben, dass nach solch einer langen Phase, in der sich die Chinesen an Deflation gewöhnt hatten, eine plötzliche Inflation zu gesellschaftlichem Chaos führen könnte.


Xiang Dong, eine chinesischer Wirtschaftsexperte aus Washington D.C., meinte: "Um die Schulden zurückzahlen zu können, nahm die Regierung stillschweigend in Kauf, dass die Inflation zurückkehrte. Aber das ist ein zweiseitiges Schwert, wenn man es nicht gut benutzt, wird es eine soziale Krise verursachen, wenn die Menschen ums Überleben kämpfen."


Der chinesische Zeitungskolumnist Liao Shiming sagte hierzu, noch könnten die Menschen den Preisanstieg ertragen. Stiegen die Preise jedoch im jetzigen Tempo weiter, käme in den nächsten Monaten eine ernste Situation auf. Schon 2004 könne das allgemeine Preisniveau aller Sektoren um 50 % ansteigen.

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