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Ist der Hongda ein Honda ? - Verwirrung in China

[03.02.2004] In China wird alles nachgebaut, was einen Namen hat. Die Hersteller der Originale erleiden Jahr für Jahr etliche Millionen Verluste und geben sich bei chinesischen Gerichten die Klinke in die Hand.

Doch die einheimische Rechtsprechung hat für ihre Belange nur wenig übrig.

Katsumi Nakamura wollten seinen Augen kaum trauen. Das entgegenkommende Fahrzeug sah seinem Nissan SUV von vorn wie ein Spiegelbild zum verwechseln ähnlich, im Rückspiegel war es dann eindeutig ein "Great Wall". Nun berät der japanische Chef von Dongfeng Motor einem Joint-Venture von Nissan in China, mit seiner Rechtsabteilung, ob man gegen diese freche Produktpiraterie von "große Mauer "Sturm laufen kann. Nakamura weiß, daß man trotz aller politischer Zusagen im Peking bei solchen Rechtstreitigkeiten auch schwer gegen die Mauer fahren kann. Vor wenigen Tagen erst hat Toyota einen solchen Prozeß verloren. Japans Autokönige sollen danach ein Urteil des Gerichts akzeptieren, wonach Geely-immerhin viert größter privater Fahrzeughersteller-seinen Autos an Motorhaube, Radkappen, Lenkrad und Kofferraum ein nur gering verändertes Toyota-Logo verpassen darf, das sich vom Original kaum unterscheiden läßt. Der Pekinger Gerichtshof fand daran nichts anstößiges, obwohl das symbolisierte T im Firmen Namen der Chinesen gar nicht vorkommt. Toyota ist "schwer enttäuscht, das unser legitimer Rechtsanspruch wir nicht durchzusetzen ist" wie eine Sprecherin des Konzerns klagte. Die Japaner erwägen eine Revision.

Beileid von der Konkurrenz


Und eigentlich geht es um noch viel mehr. Allein Toyota will bis zum Jahr 2010 über 2, 5 Milliarden Dollar in seine China-Produktion investieren. Da ist es mehr als nur eine Überlegung wert, ob man den Anfängen wehrt. Immerhin - so mahnte dieser Frage die stellvertretende US-Handelsbeauftragte Josette Shiner- hat die chinesische Regierung Null-Toleranz bei Produkt-und Markenpiraterie versprochen. Experten glauben allerdings nicht so richtig daran. "Prozesse über Copyrights sind hier ganz schwer zu gewinnen" sagt Peter So, Chef von China Research beim niederländischen Bankhaus ING Groep. " Und gibt es eine Wahl, selbst wenn man verliert? Kann es sich jemand leisten, nicht nach China so gehen?" Wahrscheinlich gibt es dazu keine Alternative. "Das Toyota-Urteil entmutigt uns nur vom juristischen Standpunkt aus gesehen", räumt Nissan-Man Nakamura ein. Aber nachgebaute Autos sind in dem Riesenreich lediglich der sichtbare Fall von Produktpiraterie.

Westliche Ermittler schätzen, das ausländische Firmen jährlich bis zu 25 Milliarden Dollar durch Imitationen aller Art verlieren. Die internationalen Fahrzeughersteller können sich nur durch eine konzertierte Aktion bei der chinesischen Regierung durchsetzen. Schließlich ärgern sich derzeit auch GM und Volkswagen über einheimische Plagiate. Die brutalste Fälschung muß dabei Honda beklagen . Drei chinesische Hersteller vertreiben Motoren unter dem seltsamen Namen "HONGDA"-- Ähnlichkeiten sind natürlich kein zufällig.

( Von Angela Köhler, Stuttgarter Zeitung vom 03.01.04 )
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