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WALL STREET JOURNAL: Chinas Wirtschaft ist ein Papiertiger

[21.03.2004] Von Hugo Restall-


( Auszug )...man könnte sogar sagen, dass China in wirtschaftlicher Hinsicht eine Kolonie der USA ist


da China seine Währung so eng an den Dollar geknüpft hat, und dass es die amerikanischen Firmen als Basis für ihre Niedriglohnproduktion verwenden.


Dies scheint eine komische Vorstellung zu sein, angesichts der Tatsache , dass das chinesische Regime so nationalistisch ist. Aber betrachten wir das tatsächliche Verhalten der Regierung, dann fällt es nicht schwer, folgende Behauptung aufzustellen:
Würde Paul Bremer, der US-Verwalter des Irak, China regieren und nicht Hu Jintao, dann würde man ihn massivst anklagen, dass er die Wirtschaft des Landes zugunsten der USA und anderer westlicher Länder ausbeutet.


Zunächst wird der produktivste Teil der Wirtschaft von Ausländern geleitet, die Profite gehen auch an die Ausländer. China mag sich rühmen, die meisten ausländischen Direktinvestitionen bekommen zu haben, aber es bekam sie durch Steuergeschenke und andere Anreize für multinationale Firmen. Diese Gemeinschaftsunternehmen exportieren nicht nur ihre Waren, sondern auch ihre Gewinne, oft versteckt durch Preismanipulationen im Geschäft mit anderen Firmen.


Die chinesische Regierung hat in der Zwischenzeit die Ersparnisse des Volkes durchgebracht, so wie eine Internetfirma am Neuen Markt, um damit Hunderte von Millionen Arbeiter in Lohn und Brot zu halten. Während einige VEBs gut gemanagt werden, sind sie die Ausnahme von der Regel. Offiziellen Angaben zufolge ist der Staatssektor profitabel, er erwirtschaftete demnach 31,8 Milliarden netto im letzen Jahr. Aber viel davon, wenn nicht alles, ist eine Illusion, Resultat von Regierungsinvestitionen und Bankdarlehen, die als Gewinne verbucht werden.


Dies passiert, weil die wirklichen Kapitalkosten für die VEBs gleich Null sind. Offiziell verlangen die Staatsbanken Zinsen , es ist aber klar, dass sie auch zukünftig steigende Summen an Geldern an diese Art von VEBs verleihen, da die Chinesen weiterhin eine hohe Sparrate haben, und ihre Spargroschen nirgendwo anders deponieren können als bei den Staatsbanken . Dies geht im Moment, aber das ist auf Dauer nicht machbar.


Dieser offene Finanzaderlass ist besonders schwächend für die Wirtschaft, denn es bedeutet für die Privatunternehmer, dass sie nur unter Schwierigkeiten im Geschäft bleiben können. In fast jedem Industriezweig gibt es Überkapazitäten, da die VEBs in Produktkategorien investieren, bei denen Gewinne gemacht werden können. Das geht solange, bis dort keine Gewinne mehr gemacht werden können, doch die VEBs produzieren weiter, auch mit Verlust. Als Folge davon werden Privatunternehmen, die gewinnorientiert arbeiten müssen, aus dem Markt gedrängt. Einige sind klever genug um Nischen zu finden, aber im großen und ganzen ist der einzige gangbare Weg, die Kapitalkosten wieder hereinzuholen, in einem Industriezweig mit hohen Zugangsbeschränkungen tätig zu sein, seien sie natürlich oder künstlich.


All das erinnert an Südkorea vor der Asienkrise. Die dortigen Megafirmen hatten die selbe "wenn wir es bauen, wird es schon jemand kaufen"-Mentalität, was die kontinuierliche Ausweitung ihrer Produktkapazitäten angeht. Am Vorabend der Asienkrise machten die führenden 50 Firmen (die 97 % des BSP hinter sich vereinigten ) Nettoverluste. Aber Südkorea hatte zumindest den Status eines entwickelten Landes, mit weltweit operierenden Firmen, die eine Geschichte als erfolgreiche global players bereits hinter sich hatten
ganz zu schweigen vom "human capital", auf das es zurückgreifen konnte.China wird in einem früheren Stadium vor diese Herausforderung gestellt (...)



So also nimmt Peking das Geld des eigenen Volkes in Beschlag, welches es verwendet haben könnte, um weltweit wettbewerbsfähige Firmen zu errichten. Stattdessen versenkt es das Geld in Tausenden staatseigenen Rattenlöchern, in denen chinesische Arbeiter billige Produkte herstellen, an denen sich der amerikanische Konsument erfreuen kann. Die chinesische Regierung nimmt dann diese erwirtschafteten Dollars weg und verleiht das Geld zu niedrigen Zinsen weiter an die USA, so dass die amerikanischen Konsumenten weiter kaufen können, und die Firmen weiterhin investieren können.


Es gibt noch Zeit für China, um schlau zu werden. Aber der Punkt ist, die Amerikaner sollten sich über Chinas Entwicklungsmodell glücklich sein. Dank Pekings eigener Politik gibt uns China billiges Kapital, billige, ohne Gewinn hergestellte Güter und einen Markt für hochentwickelte Produkte. Am Schluß der ganzen Geschichte wird China mit wettbewerbsunfähigen Firmen, ausgeplünderten Sparguthaben, und einer handfesten Rezession da stehen. Es wird die in Not geratenen Einlagen seiner Banken im Ausverkauf anbieten müssen, zu diesem Zeitpunkt werden die die westlichen Firmen noch mehr von Chinas Wirtschaft zu Ausverkaufspreisen aufkaufen.


Weil die beiden Ökonomien so komplementär sind, ist es letztlich nicht im Interesse der USA, dass Peking mit so einer selbstzerstörerischen Politik weitermacht. Ein plötzlicher Kollaps Chinas würde den Markt für Schatzanleihen durcheinander bringen, Unruhen könnten Firmen im Besitz von US-Amerikanern betreffen und der Markt für US-Waren könnte austrocknen. Kurzum, die USA sollten sich Sorgen um China machen, aber nicht aus dem Grund, aus dem sie glauben, sich welche machen zu müssen. Der gute Deal von heute wird nicht ewig halten.

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