Aktuelles
Wirtschaft
Hintergrundberichte
Presseberichte
China
Deutschland
USA

Politik
Menschenrechte
Gerichtsverfahren
Kultur
Gesellschaft
Wissenschaft
Sonstiges
Außergewöhnlich
Weblinks
Impressum

NEWSLETTER

  Back  Sitemap  Chinese  Englisch MITTWOCH 12.12.2018

...bis die Blase platzt

[27.03.2004] ( DONGGUAN, VR China )
Das Prospekt für China Green Holdings Ltd. sieht ein bisschen wie ein Katalog für Sämereien aus. Farbfotographien zeigen

Mais, Kohl, und eingelegte Pflaumen und andere Gemüsearten, die die Firma exportiert, hauptsächlich nach Japan. Sogar eine Übersicht mit günstigen Zeiten für die Aussaat und Ernte von Broccoli, Blumenkohl und Süßerbsen ist Tabellen beigefügt, in denen die Firma zeigt, dass sie im letzten Fiskaljahr 14,1 Millionen US-Dollar bei einem Gesamtumsatz von 31,2 US-$ verdient hat.

Obwohl China Greens Geschäft eher kleine Erbsen, gefroren und in Plastik verpackt, u.ä. umfasst, so war der Börsengang in Hongkong alles andere als Erbsenzählerei. Die Aktie wurde 1600-fach überzeichnet, es war somit die am meisten überzeichnete Aktie aller Zeiten in Hongkong. Am ersten Tag des Handels sprang die Aktie bereits um 58 %.

Japan hatte seine Seifenblase in den späten Achtziger Jahren, als der Kaiserpalast in Tokyo mehr wert war, als alles Land in Kalifornien. Thailand und Indonesien hatten ihre in der Mitte der Neunziger, als Spekulanten und Multis das scheinbare Wirtschaftswunderland mit Dollars überschütteten. Die USA hatten ihre Blase Ende der neunziger, als die Internetaktien unaufhörlich stiegen und die Arbeitslosigkeit neue Rekordtiefs erreichte.
Jede dieser Seifenblasen endete übel, jede hinterließ Millionen von Familien, die ihre Ersparnisse oder sogar ihre Arbeitsplätze verloren.

Anfang 2004: Chinas Wirtschaft erscheint so unbesiegbar wie die Wirtschaften Japans, Thailand oder Amerikas jener Zeit. Aber die letzen Exzesse, angefangen mit einem wilden Ausbau von Fabrikkapazitäten bis hin zu einem Zufluss von Spekulationskapital aus dem Ausland in die Banken, was zu enorm ausgeweiteten Bankdarlehen führte, legt die Vemutung nahe, dass China sich in einer solchen Blase befindet, besonders was die Investitionsseite der Wirtschaft anbelangt.

Blasen können Jahre brauchen, bevor sie platzen, aber die Luft geht selten ohne Platzen raus. Niemand weiß, wie gefährlich ein plötzlicher Wirtschaftsabschwung für China wäre, ein Land, dass tiefgehende soziale Veränderungen durchmacht, beispielsweise die Migration von Landbewohnern in die Städte. Die KP zieht ihre Berechtigung aus einem Wachstum des Wohlstands, der alle Jahre kontinuierlich steigen muß.
Die chinesische Regierung zeigt sich besorgt. In den letzten Wochen versuchte die Zentralbank die Banken des Landes von der Politik des zügellosen Geldverleihens abzubringen, während sie die zwei größten Banken mit Staatsgeld von einigen faulen Krediten befreite um sie auf mögliche schwierige Zeiten vorzubereiten und einen Börsengang vorzubereiten. Der Staatsrat warnte vor dem weiteren Ausbau von Kapazitäten, insbesondere bei Aluminium und Stahl, wo die Kapazitäten in den letzten drei Jahren stark gewachsen sind.
Wegen der gestiegenen Wichtigkeit Chinas für die Weltwirtschaft ruft die Möglichkeit von wirtschaftlichen Problemen ernsthafte Aufmerksamkeit bei Wirtschaftsexperten und Chinaexperten hervor.

Hoch aufragende Plakatwände erinnern in der Provinz Kanton an die vor einem Vierteljahrhundert von Deng Xiaoping getroffene Entscheidung, dem Kapitalismus in Chinas Südprovinzen die Tür einen Spalt weit zu öffnen. Seit jener Zeit gab es ständig Warnungen, Chinas Wirtschaftswunder könne nicht von Dauer sein. Jahr für Jahr strafte China die Mahner Lügen, obwohl es einige Fehltritte auf dem Weg gab, insbesondere als Anfang der 90er die Inflation stark anstieg und die Währungsreserven dahinschmolzen.

Aber selbst nach chinesischen Standarts liefen die Dinge unlängst heiß. Offizielle Statistiken, die die Regierung „anpasst”, um große Booms ebenso wie Niedergänge nicht zeigen zu müssen, deuten an, dass die Wirtschaft trotz des Stillstandes durch SARS im zweiten Quartal des Jahres, um 8,5 % gewachsen ist. manch unabhängigen Forschern zufolge wuchs die Wirtschaft jedoch um bis zu 13 % im zweiten Quartal des vergangenen Jahres.
Engpässe zeigen sich bereits. Stromausfälle wurden zu einem ernsthaften Problem in den meisten chin. Provinzen, weil Familien mit neuen Klimaanlagen mit neu erstellten Firmen um den Strom wetteifern. Die Autoverkäufe gingen letzes Jahr um 75 % nach oben, da die bis 2001 vom Weltmarkt abgeschotteten Preise nach unten auf Weltmarktniveau fielen. Trotzdem planen die Autohersteller große Erweiterungen ihrer Kapazitäten, in der Hoffnung, dass das Wachstum anhält.

Die meisten Ökonomen erwarten, dass zumindest im Investmentbereich irgendwann in diesem Jahr das Wachstum nachlassen wird- z.B. der Bau neuer Fabriken etc. Das könnte schmerzhaft werden. Die US-Wirtschaft erlebte 2001 und 2002 einen solchen Abschwung im investiven Bereich, als der Markt für Telekommunikationsausrüstung einen Angebotsüberschuss durchmachte. Ergebnis: zehntausende Arbeitsplätze gingen verloren, nicht zu vergessen der steile Fall der betroffenen Aktien in den Portofolios von Millionen Amerikaner.

Aber die Konsumenten in China geben jetzt mehr aus, während die Sparrate der Haushalte hoch ist.China verläßt sich ebenso wie die USA darauf, dass die Konsumenten einen möglichen Abschwung abfedern können. „ Wir erwarten eine harte Landung bei Investitionen, eine weiche Landung beim allgemeinen Wirtschaftswachstum, und bei den Verbraucherausgaben gar keine Landung”, meint Tao Dong, ein Hongkonger Ökonom bei Credit Suisse First Boston.
Die Risiken in China und indirekt für die Welt fallen in vier Kategorien: Diese Kategorien folgen, mit der wahrscheinlichsten beginnend - einem zyklischen Abschwung im Investitionssektor und enden mit der am wenigsten wahrscheinlichen, politischen Unruhen oder dem Verlust der sozialen Stabilität.

Das Risiko durch den Wirtschaftszyklus



Vor 25 Jahren war Dongguan im Perlflußdelta ein verarmtes Dorf, in dem die Bewohner ums Überleben kämpften, wobei sie sich auf magere Reiszuteilungen zum Überleben stützen mussten. Heute sind sind die 14000 unter ausländischer Kontrolle stehenden Fabriken an dem Ort, der weltweit die meisten Mikrowellenöfen herstellt, und Dongguan ist ein herausragender Produzent von allem möglichen, von Computerkabeln über Möbel bis hin zu Computerbildschirmen. Die Straßen sind mit Lastwagen vollgestopft, die Kisten mit Komponententeilen zu den Fließbändern bringt, und die verarbeiteten Teile weiter zu den Häfen in Hongkong und Shenzhen
Dongguan hat als ein Platz um Geschäfte zu machen phantastische Vorteile, behauptet Frank Jäger, ein deutscher Geschäftsmann. Vor acht Jahren begann er mit fünf Mitarbeitern Computerkabel herzustellen. Jetzt beschäftigt er tausend Mitarbeiter. Seine Firma,TCA Ltd. ist ein kleines Wunder: die Räumlichkeiten wurden von der Stadtverwaltung zur Verfügung gestellt und die Miete beträgt pro Quadratmeter nur zehn Cent im Monat, Erschließungskosten ausgenommen. In den USA betrüge sie ein bis eineinhalb Dollar, in Deutschland sogar 2, 5 Dollar.
Die Löhne sind auch niedrig, da es einen kontinuierlichen Zustrom von schlecht ausgebildeten Arbeitern aus noch ärmeren Provinzen Chinas gibt. Jäger bezahlt den Arbeitern einen Grundlohn von 60 Dollar pro Monat. Zusätzlich gibt es 40 Dollar in M. für Überstunden und kostenlosen Aufenthalt in dem angeschlossenen Wohnheim, wo die Arbeiter zu sechst oder zu acht in einem Zimmer hausen.


Während die Löhne für Westler niedrig erscheinen, sogar wenn man freie Kost und Logis mitrechnet, so sind sie nach hiesigen Maßstäben berechnet, hoch. Die Arbeiter, meist Frauen, bleiben ein bis drei Jahre und kehren dann in ihre Heimatprovinzen zurück, wo sie Geschäfte oder eine Familie gründen.
Sie tragen grün-gelbe firmeneigene Windjacken und sitzen an langen Metalltischen unter Neonlicht, wo sie Drähte zurechtschneiden, Plastik biegen und mit Kupfer verbinden, um verlässliche elektrische Verbindungen herzustellen.

Andere einheimische und ausländische Firmen haben ebenfalls die Vorzüge von Dongguan erkannt. So wurden in der Tat so viele Fabriken gebaut, dass in allen Industriezweigen, von Waschmaschinen bis hin zu Mobiltelefonen das Angebot die einheimische Nachfrage bei weitem übertrifft. Exporte konnten dieses gefälle nicht ganz ausgleichen, also fielen die Preise

Manager und Wirtschaftsexperten beklagen oft, dass Fabriken gebaut werden, ohne darauf zu achten, ob es woanders die gleiche Fabrik schon gebaut wird, oder wie die die Preise fallen, wenn alle zur gleichen Zeit das gleiche Produkt auf den Markt werfen.

"In China ist Überkapazität keine Sache, die einen Geschäftsmann stoppen könnte, denn sie denken immer, dass sie selbst es besser machen können," sagt Herr Jäger.
Viele Bauern in Dongguan haben von den Landverkäufen profitiert. Aber anstatt es auf Chinas Banken zu bringen, wo es Minizinsen abwirft oder es an Chinas betrügerischen Aktienmärkten aufs Spiel zu setzten, investieren sie es in Fabrikaufbauten in ihrem Heimatdorf.
Diese Vorgehensweise teilen sie mit den Investoren aus Übersee. Die CEOs aus den großen Multis sehen China als so einen wichtigen Markt, dass sie kaum eine andere Wahl haben, als weiter zu investieren, in dem Bestreben, größere Anteile des Marktes für sich herauszuholen.
"Gute Firmen, seine sie einheimische oder ausländische, können ihren Marktanteil erhöhen," meint Pekka Ala-Pietila, der Chef von Nokia.

Probleme entstehen, wenn zu viele Firmen genauso denken und zu viel investieren.
Nahezu die Hälfte von Chinas Wirtschaftswachstum ist durch Investitionen zustandegekommen. Eine außerordentliche Zahl, die die hohen öffentlichen Ausgaben für Straßen und Dämme wiederspiegelt, ebenso die Projekte privater Investitionen.
Berechnungen von Smith Barney zeigen, dass Japan in den Achtzigern, Südostasien in den Neunzigern und die Usa in den späten Neunzigern alle ein paar Jahre ähnliche Zahlen hatten. In allen Fällen kumulierte sich die Überkapazität in vielen Industriezweigen bevor die Blase platzte.

China entwickelte einen besonderen Nachteil, nämlich die Tatsache, das seine Industrie so gierig nach Rohstoffen ist, dass die Weltmarktpreise für Öl beispielsweise- wo China hinter den USA bereits der zweitgrößte Verbraucher ist- ansteigen. Mit bereits niedrigen Löhnen und niedrigen Immobilienkosten merken die Fabrikmanager plötzlich, dass die Materialkosten den höchsten Kostenanteil ausmachen und ein Anstieg bei diesen lässt ihnen bei der Preiskalkulation keinen Spielraum mehr.
Die Zentralbank bemerkte im letzten Winter einen Anstieg der Inflation bei den Großhandelspreisen. Die Frage ist, wie schnell dies sich in der Konsumentenpreisinflation niederschlagen wird, was die politisch bedeutsamen Stadtbewohner aufbringen könnte. Wenn das passiert, könnte sich die Zentralbank gezwungen sehen, die Zinsen zu erhöhen, was die Firmen noch wettbewerbsunfähiger machen könnte, da die Darlehen teurer werden würden.
Kurzfristig gesehen hat China noch gewisse Vorteile, die einen Fall der Investitionen ausgleichen könnten. Einer davon ist eine Bankensektor, der selbst den verschuldetsten Firmen noch bedenkenlos jede Menge Geld leiht. Aber indem es die Endabrechnung des gegenwärtigen Zyklus hinausschiebt, macht China den folgenden Zusammenbruch möglicherweise noch schlimmer.

Das Risiko des entstehenden Protektionismus



China Green exportiert drei Viertel seines frischen Gemüses, und der Börsenprospekt warnt, dass es sehr von Exporten an japanische Firmen abhängig ist. Gäbe es einen Börsenprospekt für die Gesamtwirtschaft Chinas, so würde er vor hoher Abhängigkeit an Exporten nach den USA warnen.
China exportiert 125 Milliarden $ Güter in die USA und kauft dort nur für 22 Milliarden. Der Handelsüberschuß beträgt sage und schreibe neun Prozent des chin. BSP während dieser Periode.

Schnelles Wachstum und dauernde Handelsbilanzungleichgewichte mit den USA liessen die chinesischen Exporteure zu Zielen im amerikanischen Präsidentenwahljahr werden. Die Amerikaner begannen, Importstrafzölle auf Produkte wie Farbfernseher, Möbel und BHs zu verhängen.
Um einen full-scale Handelskrieg zu vermeiden, folgte Peking dem Beispiel Japans aus alten Tagen und schickte eine Handelsdelegation in die USA. Diese kaufte Ende 2003 alles mögliche , von Sojabohnen bis hin zu Kommunikationsausrüstungen im Wert von elf Milliarden $, folgt man der Pekinger Zählweise. Manche dieser Käufe wären sowieso erfolgt, wie der Kauf von General Motorsautoteilen, um sie in China zu Autos zusammenzubauen.
Bislang betreffen die amerikanischen Strafzölle für Dumpingpreise einen winzigen Teil der Exporte in die USA. Aber jede Ausweitung könnte die chinesische Wirtschaft schnell treffen, damit ebenso Volkswirtschaften vieler asiatischer Nachbarstaaten, die in verstärktem Maße Komponenten nach China zur Montage schicken, wobei das Endprodukt dann in die USA exportiert wird.

Finanzielle Risiken


Risikoszenarien für einen Entgleisung der chinesischen Wirtschaft tendieren dazu, mit der Bankenkrise zu beginnen, manchmal auch damit zu enden. Indem die Banken den Kreditnehmern immer mehr Geld geben, nachdem die Erstkredite, würde man den Ausleihkriterien von Ratingfirmen folgen, nur durch Korruption und politische Einflussnahme erfolgt sind, sind die Banken jetzt also bei faulen Krediten im Wert von 45 % angekommen.
Letztes Jahr haben die Banken ihre Kreditvergaben in verstärktem Maße fortgesetzt. Exporteure, ausländische Investoren und Spekulanten deponierten große Geldsummen in den Markt. Die Zentralbank tauschte dann die Dollars zu einem festen Wechselkurs in chin. ¥, um die Besitzer dieser Dollar davon abzuhalten, den Wert des ¥ nach oben zu treiben. Die Zentralbank gewährte letztes Jahr heftig aus ihren expandierenden Einlagen großzügig Kredite, wobei die Ausleihungen um 21,4 % anstiegen.
„Die Weltwirtschaft wird durch die aggressive Expansion des US-Budgetdefizites und das Wachstum der chinesischen Kredite über Wasser gehalten,„ sagt Ajay Kaipur, der führende Analyst für asiatische Aktienmärkte bei Smith Barney. „Jede Umkehr dieses Trends hätte schwerwiegende Auswirkungen auf den Rest der Welt.„
Die meisten chinesischen Sparer haben wenig Alternativen zu den staatseigenen Banken als Institutionen, auf denen das Geld geparkt werden kann, und die Banken scheinen informelle, aber doch totale Garantien ihrer Einlagen durch die Regierung zu haben. Als Ergebnis dessen haben sie nicht viele Kunden verloren, obwohl sich das ändern könnte, da es immer mehr Unternehmen gibt, die „Deals„ ausarbeiten, um Geld in ausländische Banken zu schleusen, wenn mal „schwere Zeiten„ nach China zurüchkehren sollten. Die jüngsten Befürchtungen gingen über die Stabilität der Banken selbst hinaus, hin zu den wirtschaftlichen Auswirkungen all dieses Geldes, das durch das Bankensystem geschleust wird.
Chinesische Offizielle sagten, sie wollten die Auswirkungen ihrer Dollarkäufe neutralisieren, indem sie der Öffentlichkeit Yuan-Bonds verkauft, die die Zentralbank dann ungültig macht oder zerstört. Wenn die Zentralbank tatsächlich Extrabonds in dem Maße ausgeben würde, wie sie Dollars aufkauft, dann würden die Banken nicht mehr Geld als wie zuvor haben , es würde das Risiko eines erhöhten Kreditwachstums , eines wachsenden Geldumlaufs, und im Endeffekt das einer einer Inflation, verhindern.
Aber Finanzexperten behaupten, die Zentralbank sei nicht länger fähig, die Auswirkungen ihrer Währungsaktivitäten zu neutralisieren. Das Problem liegt darin, dass das Finanzministrium, das für die Budgetpolitik verantwortlich ist, die Höhe der Zinsen, die die regierung auf Anleihen zahlen kann, begrenzt hat, um die Kosten für Chinas Schuldendienst zu begrenzen. Mit der anziehenden Inflation wurden diese immer weniger attraktiv, und die Zentralbank bekommt schon Probleme, um genügend Bonds zu verkaufen, um nur die Anleihen, die fällig werden, zurückzuzahlen.

Die Zentralbank ist nicht fähig, viel, wenn überhaupt etwas, von den Extrayuan, die sie indie Wirtschaft gepumpt hat, um Dollars aufzukaufen, wieder aufzusaugen, so Liang Hong, ein Wirtschaftsexperte bei Goldmann Sachs. Gleichzeitig scheint der Zufluß des „heißen Geldes„ ( kurzfristig angelegtes Geld, das trotz der chinesischen Devisenkontrollen durch verschiedene Kanäle den Weg nach China schafft ) immer mehr zu werden.

"Meine Sorge ist, dass sie die Kontrolle über die Geldversorgung schon verloren haben," meint Liang.


Politisches Risiko


Für den Westen ist das Kennzeichen des modernen China der letzten zwanzig Jahre rapides Wirtschaftswachstum. Aber für Chinesen bedeutet es etwas anderes: eine Erholung von den Kriegen und inneren Unruhen, die das Land ein Jahrhundert früher niedermachten, von der Taipingrevolution bis hin zu der Kulturrevolution in den Sechzigern.

Nach dem Massaker 1989 war China ein ruhiger Platz, vielleicht teils aus Angst. Aber die Ruhe scheint zu weichen.

(...) Menschenrechtsgruppen berichten von einer wachsenden Anzahl von Protesten in China, hauptsächlich von Arbeitern und Rentnern, die um unbezahlte Löhne und Zuwendungen kämpfen. Gleichzeitig wissen viele Festlandchinesen von den Märschen, die in den letzten sieben Monaten von von Demokratieaktivisten in Hongkong - jetzt eine autonome Region in China- organisiert wurden.

Ob irgendeine dieser Kräfte bedeutsam genug wird, um an Chinas Stabilität zu rütteln, darüber kann jeder sich eigene Gedanken machen. Friedlicher Wandel hin zu einem demokratischen System ist noch möglich.
Aber wenn die Wirtschaft plötzlich nach unten geht, wäre es ein ernsthaftes Problem, nicht nur für China, sondern für die ganze Welt.
2670 Seitenaufrufe
    Druckansicht

Weitere Artikel zu diesen Thema
10.08.2014 Bondsmarkt in China droht Pleitewelle
19.03.2014 China real-estate worries growing louder
08.03.2014 China Trade Misleading
11.02.2014 The Biggest Ever "Unlimited QE"
28.01.2014 Alert! Imminent Implosion
27.01.2014 Incredible! China Halts Bank Cash Transfers
24.01.2014 Die chinesische 23-Billionen-Dollar-Blase
19.01.2014 Chinas Hacker haben es auch nicht leicht...
23.12.2013 Angst vor Börsen-Crash
06.12.2013 Chinesische Zahlen sagen Übles für die USA voraus


Alle Artikel in dieser Rubrik anzeigen


     

Erstellt 2003   http://www.china-intern.de