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"Mutter, der Mann mit dem Koks ist da..."

[02.04.2004] heißt es zwar in dem alten Lied aus den Zwanzigern- allerdings dürfte der immer weniger aus China kommen.
Denn China liefert eigenmächtig weniger Koks in die EU als vereinbart.


Jiang Zemin auf dem Volkskongreß

Der Handelsbeauftragte der EU, Pascal Lamy, meinte, die chinesischen Exportbeschränkungen bei Koks verursachten große Schwierigkeiten für die europäische Industrie und müßten "angesprochen" werden.
In einem Brief an seinen Kollegen Bo Xilai nannte Lamy die ausgesetzten Exporte von Koks als einer der Beschwerdepunkte bei den Handelspraktiken der Chinesen.
China setzte vor einiger Zeit den Export Koks nach Europa trotz bestehender Verträge aus, da im eigenen Land überall Mangel an Energie herrscht, welcher die industrielle Produktion in China bereits einschränkt.
Lamy meinte , die Exportbeschränkungen " bedrohten die europäische Industrie in großem Ausmaß" er drohte jedoch keine Gegenmaßnahmen an.

Wie es in EU-Kreisen heißt, gäbe es jedoch keine andere Streitfrage zwischen der EU und der VR, die eher eine formelle Beschwerde bei der WTO seitens der EU auslösen könne als diese.
Der Preis für Koks stieg wegen des Verbrauchs in China von 79 $ vor zwei Jahren auf nunmehr 350 $ pro Tonne Anfang des Jahres.
China plant den Export von Koks dieses Jahr um ein Drittel zu verringern und erteilte nur noch Exportlizenzen in Höhe von 10 Millionen Tonnen.
Lamy drängte Bo Xilai, die Situation der europäischen Baufirmen etc. in Betracht zu ziehen, ging aber nicht in Details.
Lamy traf Bo Xilai im März in China.

In seinem Brief schrieb Lamy:
"Ich scherzte am Ende unseres Zehn-Gänge-Menüs, dass wir genug Probleme hätten, um jeden Teil des Menüs mit einem davon zu würzen.
Vielleicht sollten wir uns das Ziel setzen, das Ganze in einem dreigängigen Menü abzuhandeln, wenn wir uns das nächste Mal treffen."

Wir wissen nicht, was Bo Herrn Lamy serviert hat, wir wissen aber, das Bo Xilai im Moment ganz andere Probleme hat. Der Brief von Lamy dürfte ihn eher weniger berühren.

Wie wir erfahren haben, setzte sich Bo Yibo ( der Vater von Bo Xilai, der von seinem Sohn in der Kulturrevolution unter Druck gesetzt wurde. Er ist einer der letzten "Unsterblichen der Revolution" und wurde in China als Held verehrt, Schätzungen zufolge er ist über 90 Jahre ),
bei der Staatsführung dafür ein, dass sein Sohn nicht mehr Handelsminister bleibt und einen anderen Posten bekommt.

Hintergrund :
Seitdem Bo auf der Liste der wegen Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit Angeklagten steht und in Kanada bereits gegen in ermittelt wird, werden seine Verbrechen weltweit immer mehr öffentlich. Deshalb verschob er seinen für den 25. März geplanten Besuch in Deutschland " auf unbestimmte Zeit", in die USA und Kanada kann er ebenfalls nicht mehr ungefährdet einreisen. Welchen Nutzen hat so ein Handelsminister demnach?
Bo Xilai kam auf Befehl von Jiang Zemin nach oben, weil er in seiner Stadt ein überlebensgroßes Porträt von Jiang aufhängen ließ und weil die Stadt Dalian, in der er zuvor Bürgermeister war, landesweit an dritter Stelle bei den Foltermorden bei Falun Gongübenden steht. Soviel Eifer gefiehl Jiang, so wurde er erst Gouverneur von Liaoning, jetzt Handelminister.
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