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D´Long Tochterfirmen in finanziellen Problemen

[25.04.2004] Wieder ist ein Manager einer chinesischen Aktiengesellschaft geflüchtet. Normalerweise wäre diese Meldung nicht erwähnenswert, da jede Woche etliche Kader und Firmenleiter fliehen, untertauchen oder sich ins Ausland absetzen. Zur gleichen Zeit kamen aber Berichte über Probleme bei drei von D´Longs Tochterfirmen ans Licht.


Tang Wanxin, einer der Gründer von D´Long

Der Vorstandsvorsitzende der New Chundu Group, einer fleischverarbeitenden Firma, verschwand und war, wie bekannt wurde , einige Tagen nicht mehr auffindbar. Es handelt sich um Liu Haifeng. Wie weiter bekannt wurde, konnte er sich nicht schnell genug absetzen und soll verhaftet worden sein. Der Vorwurf lautet auf "finanzielle Unregelmäßigkeiten".

Liu übernahm ca. 37 % der ehemals staatseigenen New Chundu Group und wurde 2002 deren Vorstandsvorsitzender. Er bekam den Anteil durch eine Firma aus Zhengzhou, die zu Lius Hitop-Unternehmensgruppe gehört.

Zweitgrößter Investor ist die staatseigene Henan Provincial Investment Company mit einem ca. 20 % Anteil.


Dann kam der für heutige chinesische Verhältnisse nicht überraschende Plot:
Firmen, die von Lius Konglomerat kontrolliert wurden, liehen sich Millionenbeträge von der New Chundu Group. New Chundu kam in Shenzhen an die Börse und bekam so 400 Mill. von gutgläubigen Investoren.

Die Behörden setzten mittlerweile einen Interimsvorsitzenden, Yan Wanpeng, ein, um so die Firma zu retten.Das China Securities Regulatory Commission's Office in Zhengzhou verweigerte auf Zeitungsanfragen hin jeden Kommentar.

Wie ebenfalls bekannt wurde, fielen die Aktienpreise von drei Firmen, die zur in Xinjiang beheimateten D´Long-Gruppe gehören, um mindestens 46 %, womit 6,1 Milliarden an Börsenwert vernichtet wurden. Dies geschah, nachdem von großen Problemen der D´Long-Tochterfirmen berichtet wurde.

Tang Wanli, Vorsitzender von D´Long ( und laut Forbes einer der reichsten Chinesen !) meinte, das größte Problem, dem sich die Firma gegenüber sehe, sei die unterbrochene Kapitalversorgung. Die Firma habe zu viele neue Projekte begonnen.

Um die finanziellen Probleme zu lösen, wolle sich D´Long innerhalb von drei Monaten von allen "nichtessentiellen" Firmenbereichen trennen.
( Es sollte für D´Long kein Problem sein, die Regierung kann sich im Moment keinen Zusammenbruch von D´Long leisten, denn das würde die viel zitierte Blase zum Platzen bringen)


Larry Lang, ein Professor an der Hongkonger Chinesischen Universität meinte hierzu: "Die schlechte Qualität der börsennotierten Firmen ist ein umfassendes Problem des festlandchinesischen Aktienmarktes...".
Er fügte hinzu, örtliche Behörden machten oft gemeinsame Sache mit den Firmen, um Probleme zu verdecken und sie den Status als börsennotiertes Unternehmen nicht verlieren zu lassen. Dieser Status würde von den Behörden als Vehikel zur Kapitalbeschaffung benutzt.( Wenn eine Firma drei Jahre lang Verluste macht, müßte sie laut Börsenregeln nämlich ihren Status als börsennotiertes Unternehmen verlieren)




DLong ist Chinas größtes privates Investmenthaus. Mit 16 Prozent vom Umsatz sind Wertpapiergeschäfte größtes Betätigungsfeld , gefolgt von Landschaftspflegeausrüstungen mit 14 Prozent und einer Position, die in den Büchern von DLong unter „Trust und Investment„ geführt wird: Nach Aussagen eines Topmanagers verwaltet DLong Einlagen fremder chinesischer Investoren im Wert von 2,5 Milliarden US-Dollar. Schließlich kommt der Bereich Banken und Versicherungen mit noch einmal zehn Prozent des Umsatzes.Im Jahr 2000 kaufte D´Long für 400 Millionen Dollar den US-Rasenmäherherstellers Murray und hatten damit auf einen Schlag 15 Prozent Marktanteil. Murray war Ende der Neunziger unter Kostendruck geraten, weil alle Produkte in den USA hergestellt wurden. DLong schloss zwei von drei Fabriken, feuerte das Topmanagement und 650 Mitarbeiter und verlagerte die Produktion nach China
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