Aktuelles
Wirtschaft
Hintergrundberichte
Presseberichte
China
Deutschland
USA

Politik
Menschenrechte
Gerichtsverfahren
Kultur
Gesellschaft
Wissenschaft
Sonstiges
Außergewöhnlich
Weblinks
Impressum

NEWSLETTER

  Back  Sitemap  Chinese  Englisch MITTWOCH 26.9.2018

Chinas Wirtschaftswunder - ein Beispiel aus Jiangsu

[30.04.2004] Gibt es die in den letzten Wochen oft zitierte Überhitzung der chinesischen Wirtschaft? Was die Investitionen anbelangt


gibt es sie in der Tat, jedoch keine Statistik kann die genauen Zahlen dafür erfassen. Beim Konsum sieht es ganz anders aus. Die Investitionen in Stahlwerke verdoppelten sich vermutlich im ersten Quartal des Jahres.

Ein in den letzten Tagen im chinesischen Fernsehen gezeigtes Beispiel für den harten Kurs des Vorsitzenden des Staatsrates der VR China beleuchtet diese Tatsache exemplarisch. Es handelt sich um das Tieben Stahlwerk in der reichen Provinz Jiangsu. Dieses Stahlwerk sollte 8,4 Mill. Tonnen Stahl jährlich produzieren.

--Die KP-Kader der Provinz Jiangsu kannten die vor einiger Zeit herausgegebene Order der leitenden Kader aus Peking, die für neue Investitionen in Stahlwerke ( und andere Großprojekte ) eine Höchstgrenze setzten. Aber man fand einen einfachen Weg, den Befehl aus Peking zu umgehen.. man spaltete das Gesamtprojekt im Wert von 1 Milliarde in 22 Projekte auf und so konnte es mit dem Bau losgehen.

--Vorher mußten noch 4000 Bauern auf 436 ha Land enteignet werden, was die KP Funktionäre in Jiangsu gegen ein kleines Entgelt auch genehmigten. Diese Bauern hausen jetzt in Zelten und unter Brücken, fast alle sind obdachlos. Das Land in Jiangsu ist relativ fruchtbar, deshalb eigentlich wertvoll für die Landwirtschaft.

--Das Geld für das Projekt bekamen die Investoren von der Bank of China in Yangzhou ( natürlich mußten hierfür ein paar Dokumente gefälscht werden, also das übliche Prozedere )

--Doch dann wurde das Stahlwerk als Musterbeispiel für die Kampagne "Stopp der Überinvestition" der Zentralregierung ausgesucht (Dies hätte jedes andere Stahlwerk auch treffen können ). Soeben wurden zehn Verantwortliche verhaftet, darunter der örtliche Parteisekretär; das Stahlwerk soll abgerissen werden, die Banken haben ein paar mehr faule Kredite und China 4000 Obdachlose mehr.
Und alles ( Abriß, Aufbau des Stahlwerks ) geht natürlich in die Statistik des chinesischen BSP ein...glänzende Wachstumszahlen heuer sind demnach erneut vorprogrammiert, einmal aufbauen, einmal abreißen...
Andere Provinzdespoten werden jetzt noch findiger sein, ihre Stahl- Zement- und Aluminiumprojekte durchzuziehen, man muß eben aufpassen, sich nicht von der Zentralregierung erwischen zu lassen.
Was die Zukunft anbelangt, so wird es in ein paar Monaten einfach zu viele Stahlwerke geben, die minderwertigen Stahl produzieren, die meisten werden wieder schließen, mehr Arbeitslose kommen zu den 300 Mill., die es jetzt schon gibt, und die Stahlpreise werden weltweit in den Keller gehen.
2357 Seitenaufrufe
    Druckansicht

Weitere Artikel zu diesen Thema
10.08.2014 Bondsmarkt in China droht Pleitewelle
19.03.2014 China real-estate worries growing louder
08.03.2014 China Trade Misleading
11.02.2014 The Biggest Ever "Unlimited QE"
28.01.2014 Alert! Imminent Implosion
27.01.2014 Incredible! China Halts Bank Cash Transfers
24.01.2014 Die chinesische 23-Billionen-Dollar-Blase
19.01.2014 Chinas Hacker haben es auch nicht leicht...
23.12.2013 Angst vor Börsen-Crash
06.12.2013 Chinesische Zahlen sagen Übles für die USA voraus


Alle Artikel in dieser Rubrik anzeigen


     

Erstellt 2003   http://www.china-intern.de