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Arbeitslosigkeit bei Universitätsabgängern steigt

[05.09.2004] Obwohl Chinas Wirtschaft in halsbrecherischer Geschwindigkeit wuchs, stieg die städtische Arbeitslosigkeit. Promovierende Studenten standen einem besonders zähen Arbeitsmarkt diesen Sommer gegenüber. Für diese Universitätsabsolventen sollte der Studienabschluss eine glückliche Zeit sein. Im Idealfall

werden sie ein paar Monate die Freizeit geniessen, bevor sie ihre erste Vollzeitstelle antreten. Aber dem ist nicht so - fast eine Million Hochschulabsolventen in China haben den Sommer 2004 nicht auf diese Weise verbracht. Bei einem überfüllten Arbeitsmarkt in Peking konkurrieren die Hochschulabsolventen mit älteren und erfahrenen Arbeitssuchenden. He Zhang suchte Mitarbeiter für seine Logistikfirma in Peking. Er sagte, dass es so viele Leute gibt, die Arbeit suchen, dass Firmen es sich leisten können, sehr wählerisch zu sein.

„Einige Firmen stellen hohe Anforderungen„, erklärt He Zhang. „Mittelschüler genügten bis jetzt für diese Stellen, aber sie haben nun ihre Anforderungsprofile angehoben und wollen nun Universitätsabsolventen oder sogar Leute mit Doktortitel. Deshalb haben viele Universitätsabsolventen für eine solche Stelle gar keinen Zugang„.

China kämpft schon lange gegen die steigende Arbeitslosigkeit. Offiziell sind 4.3 Prozent der städtischen Bevölkerung arbeitslos. Jedoch schliessen die Zahlen diejenigen Arbeiter nicht mit ein, welche von staatlichen Unternehmen entlassen wurden. Diese werden noch oft als Arbeitstätige aufgeführt, obwohl sie keinen Lohn erhalten und nicht arbeiten. Dazu gibt es noch mehr als 200 Millionen Landarbeiter und Wanderarbeiter, die entweder arbeitslos, oder es fertig bringen einen Teilzeitjob mit manueller Arbeit zu finden. Die Universitätsabsolventen, welche einen Job gefunden haben sind oft über ihren Lohn enttäuscht.
Eine Studie der chinesischen Universität in Peking zeigt auf, dass die Anfängerlöhne durchschnittlich $ 200 pro Monat betragen, ein Jahr zuvor waren sie noch $ 250.

Zudem bieten viele der offenen Stellen kaum Möglichkeiten für eine berufliche Weiterbildung oder eine Karrierelaufbahn an. Eine Stellensuchende erklärt ihr Dilemma. „Es ist nicht schwierig einen Job zu finden, aber es ist relativ schwierig eine Anstellung zu finden, wo man sein Wissen weiterentwickeln kann„, beschwert sich Frau Niu. Einige verwenden ein Sprichwort, um diese trostlose Arbeitssituation zu erklären: „Zu viele Mönche - zu wenig Haferbrei„! Dies bedeutet, zu viele promovierte Studenten kämpfen um ein paar wenige Jobs.

Vor ein paar Jahren beschloss die Regierung die Arbeitslosenrate zu verringern, indem sie die Studienplätze in Chinas Universitäten erhöhte. Somit konnten die vielen arbeitslosen Mittelschüler aufgefangen werden. Nun haben alle diese Studenten ihr Universitätsstudium abgeschlossen, und es gibt nicht genügend Jobs. So hat die Hochschulabsolventin Xiao Li sechs Monate lang eine Lehrtätigkeit in Peking gesucht, bis sie sich für eine schlechter bezahlte Position in Südchina niederliess. „Die erweiterte Zulassung an den Universitäten macht es immer schwieriger einen Job zu finden„, erklärt sie. „Heutzutage will jeder einen stabilen, gut bezahlten Job, welcher ihm passt. Dies ist einfach unmöglich„!

Die Regierung hat versprochen und zugesichert, daß 70% der beinahe 3 Millionen Hochschulabsolventen dieses Jahr einen Job finden werden. Jedoch konkurrieren sie mit ca. 24 Millionen städtischen Arbeitssuchenden. Vom Arbeitsmarkt erwartet man, dass er nächstes Jahr noch schlimmer wird. Schlimmer noch, nächstes Jahr werden 3.5 Millionen neue Hochschulabsolventen einen Job suchen.
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