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BMW in China

[10.10.2004] Während alle anderen deutschen Autoherstellerwegen der "zu hohen Löhne und zu kurzen Arbeitszeiten" in der Heimat immer größere Probleme haben, wird die Lage bei BMW von Tag zu Tag besser. Sogar in China, wenn man dem Trommelfeuer glauben darf, das Journalisten auf Basis des Münchner PR-Materials für die Firma anfertigen:

! BMW Moves Into High Gear in China, Deutsche
Welle, 14.9.04
! China-BMW JV to produce 30,000 cars by 2005,
Asia Times, 10.9.04
! Brilliance-BMW JV to Increase Production in
China, Asia Pulse, 9.9.04
! BMW to Introduce New X3 SAV to China,
Xinhua-Wirtschaftsdienst CEIS, 1.8.04
! AWir sind in China die begehrteste Premium-
Marke@, Vertriebsvorstand Michael Ganal, Die
Welt, 30.6.04
! ... BMW investing i450 million (HK$4.22
billion) by next year to expand the factory's capacity,
Reuters, 18.6.04
! BMW ... allein in China lag das Plus bei 40,5
Prozent, AFP, 7.6.04
! BMW: Luxury Cars Sell Well in China, The Auto
Channel, 7.6.04
! BMW-China Brilliance to Make 25,000 Cars This
Year, Bloomberg 26.5.04
! BMW will Zahl der Vertragshändler in China verdoppeln,
dpa, 24.5.04
! BMW erfüllt Ziele in China frühzeitig, dpa,
23.5.04
! BMW erwartet kräftige Steigerungen in China,
dpa, 23.5.04
! BMW plant Ausbau des Geschäfts in China, FAZ,
21.5.04
! BMW-Produktionschef: Motorenmontage in China
nicht ausgeschlossen, dpa, 20.5.04
! Bayern setzen auf Boom-Markt [China natürlich],
Leipziger Volkszeitung, 20.5.04
! Bayerisch-chinesische Träume in Shenyang, Spiegel
online, 20.5.04
! Locally-made BMW 318I to Debut Late April,
Xinhua-Wirtschaftsdienst CEIS, 8.4.04
! BMW Eyes Luxury Car Market, Xinhua-Wirtschaftsdienst
CEIS, 29.3.054
! Three More BMW Cars to be Made in China,
Xinhua-Wirtschaftsdienst CEIS, 13.2.04
! BMW to Expand its Mainland Dealer Network,
Xinhua-Wirtschaftsdienst CEIS, 8.2.04

Toll!

Wenn das alles stimmt und Nachrichten falsch sind, die besagen, daß in Shenyang längst Kurzarbeit gilt und demzufolge auch der Zulieferer in Deutschland, der die BMW-Auto Einzelteile zusammenpackt und nach China schickt, wo sie wieder ausgepackt und zusammengesetzt werden.

Nicht so richtig in dieses Erfolgs-Stakkato paßte ebenfalls, was Bloomberg uns zwischendurch auf den Tisch legte: BMW Signs Car Loans Pact With China Merchants Bank (27.5.). BMW auf Kredit? In China? Bislang hieß es doch: nur gegen bar ...

Und zusammen mit der Meldung des Hongkonger Standard: Carmaker [nämlich Herr Wu Xiaoan, Chef von BMW-Partner Brilliance upbeat on sales (23.4.) wird es dann dubios, denn wenn ein chinesischer Firmen-Manager wegen seiner Verkäufe öffentlich euphorisch wird, ist höchste Vorsicht geboten. Zumal dann, wenn das Unternehmen eines mit so undurchsichtiger Geschichte und Gegenwart ist wie das von Herrn Wu, die Brilliance China automotive Holdings Limited, der Partner von BMW im chinesischen Rostgürtel um Shenyang. Mißtrauisch geworden veranlaßte der Xiucai Chefredakteur eine Recherche: Was ist eigentlich bei Brilliance los? Hier das Ergebnis, das in München vielleicht auch Anlaß zum Nachdenken gibt: Zum Zeitpunkt seines upbeat feelings nämlich hatten Brilliance-Chef Wu Xiaoan und seine sämtlichen Vorstandskollegen Su Qiang, Hong Xing,Yang Maozeng und He Tao- alle ihre Brilliance-Aktien versilbert. Sie machten radikal reinen Tisch, Ende 2003, als mit BMW alles klar war, hatten sie ihre Firmenanteile komplett verkauft:

Die Hongkonger Asia Week berichtete außerdem, vier der Herren hätten mittlerweile sogar gekündigt, ein sehr seltener Vorgang,wenn die Firma gut läuft! Kein Wunder, daß Beobachter dies als ungewöhnlich bezeichnen. Es scheine, sagen sie, diese Leute hätten das Vertrauen in die Firma verloren - ihre Firma! Wenn daran etwas ist, müssen sich die Münchner Top-Leute wohl schon wieder auf neue Partner einstellen. Ihr erster, der Gründer und Besitzer von Brilliance. Yang Rong, war, als die Kooperation mit BMW greifbar wurde, von der Provinzregierung in einem Akt der "Rechtsunsicherheit" aus seiner Firma geworfen worden. Bevor er auch noch hinter Gittern landete, verließ er lieber China und klagt nun in den USA gegen die eigenartige Übernahme seines Unternehmens - gegen die Provinzregierung, wohlgemerkt!

Die jetzigen Vorstände, vor allem Wu Xiaoan hatten es Yang Rong in dieser schweren Zeit gar nicht gedankt, daß er sie einst persönlich in den Vorstand holte. Als sein Schiff sank, wechselten sie umgehend ihre Loyalität, liierten sich mit den Funktionären der Provinzregierung (allen voran Chef Bo Xilai, heute Handelsminister und immer noch sehr beliebt in Deutschland) und gaben Wu einen kräftigen Tritt, so daß er aus dem Vorstand über den Pazifik bis nach Amerika flog. Ihre Aktien-Verkaufsaktion jetzt sieht doch sehr vorbereitet aus, zumal Asia Week auch berichtet, sie habe sich Ende 2003 in einer Atmosphäre abgespielt, da Fonds-Manager ganz groß auf die Brilliance- Pauke schlugen und zu kaufen aufriefen:

Das gibt [nicht Ex-ENRON-Aktionären] zu denken. Vermutlich verfolgen die Provinz Funktionäre inzwischen wieder neue Pläne mit der Fabrik und die nützlichen Vorstands-Mohren haben ihre Schuldigkeit getan - sie können gehen. Wenn es demnächst zu einer Einigung der Provinz-Kader mit Yang Rong käme, wären die Verräter ja auch bloß im Wege. Eine andere Erklärung freilich läge in der wirtschaftlichen Situation der Firma Brilliance: Es geht mit ihr bergab, und in Zeiten da Sparkommissar Premier Wen Jiabao die Freigebigkeit der Banken einschränkt, ist eine chinesische Firma schnell am Ende.

3.000 im ersten Halbjahr nicht verkaufte Goldbecher Kleinbusse sollen noch in den Hallen herumstehen und draußen noch einmal 7.700. In der BMW-Fabrik parken 1.400 Autos und draußen noch einmal 2.400, insgesamt ein Kapital von 1,4 Milliarden Yuan (140 Millionen Euro). Im Juni gab es in Hongkong Berichte, Brilliance habe in den ersten fünf Monaten des Jahres 30 Prozent weniger PKW verkauft. Wu Xiaoan nahm damals Stellung dazu und führte das auf den geschlossenen Kredithahn der Banken zurück, womit er nicht mal unrecht hat, denn chinesische Firmen wirtschaften am besten, wenn sie unbegrenzt Kredite bekommen (die sie nie zurückzahlen). Aber schon lange vorher, 2002, hatte es Probleme
gegeben, als der Gewinn bei nur 650 Millionen Yuan lag, ein Rückgang um 27 Prozent. 2003, im BMWFieber- Jahr, ging der dann angeblich auf 930 Millionen!! hoch, doch lag das Wachtum in diesen beiden Jahren immer noch unter dem von 2001 und davor.Die Lage scheint tatsächlich nicht gut zu sein, sogar Abgeordnete des Provinz-Volkskongresses machen sich jetzt Sorgen und verlangen eine Überprüfung von Brilliance. Der Aktienkurs in Hongkong ist entsprechend: von 4,85 HK$ im Januar diesen Jahres auf jetzt 1,96 - minus 60 Prozent. Vielleicht sollten die Münchner mithelfen, den alten Yang Rong zurückzuholen. Mit ihm lief es einfach besser. Vielleicht kann aber auch er nicht mehr helfen."

Das Ganze aus

Xiucai
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Erstellt 2003   http://www.china-intern.de