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Chinesischer Notenbankchef: China am Rande einer Finanzkrise

[18.08.2004] Bei einer Rede in Shanghai gab erstmals ein führender Kader- Notenbankpräsident Zhou Xiaochuan- zu, daß Chinas Wirtschaft am Rande einer Krise steht.


Chinas oberster Führer - vom Kurs abgekommen

Er war erstaunlicherweise froh darüber, daß es viele Experten weltweit gäbe, die dies auch erkannt hätten. Er warf alle bisherigen offiziell gemachten Äußerungen über den Haufen, indem er sagte:
"Obwohl die Banken hart arbeiten, haben ihre "Non-performing loans" die Marke von 40 % überschritten, deshalb bewegen wir uns am Rande einer Finanzkrise. Es ist nicht so, daß man sie vermeiden oder voraussagen kann, wenn man es nur will."
Bei dem Treffen in Shanghai unterstrichen andere Teilnehmer seine düsteren Aussagen.

Wu Jinglian, Vizedirektor des Komites für Wirtschaftsangelegenheiten der Politischen Konsultativkonferenz des chinesischen Volkes und Chef des Zentrums für Entwicklung und Forschung beim Staatsrat meinte, China blieben noch zwei Jahre, um die Banken in Ordnung zu bringen.
Dies war die Kernaussage seiner Rede mit dem Titel
"Die Dringlichkeit der Finanzreform"

Die Schaffung der Bankenregulierungskommission 2003 zeigte, daß der Staat dieses Problem nicht länger ignorieren konnte.

Faule Kredite wuchsen trotz immer höherer Staatszuschüsse an die Banken und dem Verschieben von faulen Krediten in Höhe von 169 Milliarden USD auf "Asset Management Companies" ( AMCs ) immer mehr an.

Die Schätzungen über die Höhe der faulen Kredite liegen zwischen 50 und 80 % aller Kredite. Ständig berichten die vier Staatsbanken über die steigende Anzahl fauler Kredite, obwohl der Staat immer neue Richtlinien erließ, um dieses Problem in den Griff zu kriegen- die Parole der Regulierungskommission lautete Professionalität und Vorsicht
( Im heutigen China halten sich die KP-Kader nicht mehr an irgendwelche Gesetze oder Richtlinien, daß dürfte mittlerweile jedem klar geworden sein. )

Wu meinte, eine Krise würde nach Umsetzung der WTO-Richtlinien spätestens dann ausbrechen, wenn sich die ausländischen Banken der Einlagen der Sparer bemächtigten und die Staatsbanken nur noch den Rest- nämlich faule Kredite hätten.
Wu fügte hinzu, daß das Finanzsystem immer noch schwarze Löcher enthielte- und zudem die Mechanismen, die sie ermöglichen, weiter existieren können.
Er beschimpfte die dahinsiechenden chinesischen Aktienmärkte als Instrumente, die einzig dazu da seien, als staatlich gesponsortes Tischlein-deck-dich für Staatsbetriebe und Regierungskader zu fungieren.

Er fügte hinzu, daß der Staat das Nachrichtenmonopol benutze, um die Kurse nach oben zu treiben, er die Anzahl der Investoren beschränke und die Aktien klein stückele, um den Ausgabepreis von Aktiengesellschaften in die Höhe zu treiben, die ja ohnenhin das seltene "Privileg des Verlustes" hätten. Auf diese Weise könne man von ständig wechselnden Investoren Geld auftreiben.

"Auf diese Weise machte der Staat aus unseren Aktienmärkten eine Verwaltungseinheit, der ein wirklicher Wert für Investoren fehlt," so sein Statement.
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