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China rechnet mit Dollarverfall

[28.09.2004] Jiang Ruiping vom China Foreign Affairs University's Department of International Economics warnte die Regierung öffentlich davor, weiterhin Dollars anzuhäufen und damit die US-Defizite auszugleichen.


Daß diese Ansicht von der Regierung geteilt wird, zeigt die Tatsache, daß das staatliche Propagandaorgan "China Daily" diese Warnung veröffentlichen durfte.

Jiang meinte, der weitere Fall des Dollars sei unausweichlich, deshalb führe der hohe Anteil an Dollarverschreibungen zu massiven finanziellen Risiken für China.

Der Bericht "empfahl" den einheimischen Politikern den Dollaranteil zugunsten des Euros und des Yen drastisch herunterzufahren.
Wörtlich hieß es: "Es erscheint immer offensichtlicher, daß der Verfall des Dollars sich fortsetzt."
Der jüngste Kursverfall führte dazu, daß 10 Mrd. USD der chinesischen Währungsreserven über Nacht verschwanden, weitere Verluste stünden bevor, so hieß es im Bericht.

Gegenwärtig werden 2/3 der Währungsreserven in Dollars gehalten
Offiziellen Angaben haben die Fremdwährungsreserven Chinas einen Wert von ca. 480 Mrd. USD. Der Autor des Berichts warnte ebenfalls davor, mit den Währungsreserven das amerikanische Defizit weiter zu finanzieren, dies berge "große politische Risiken".
Der RMB ist fest an den Dollar gebunden und die Fixrate liegt etwa bei 8,2777 zum USD.
Was der Bericht jedoch unerwähnt läßt ( und der Bericht ist zumindest von Teilen der Regierung abgesegnet worden, sonst könnte er nicht in der China Daily erscheinen ), ist die Tatsache, das durch die Finanzierung der amerikanischen öffentlichen und privaten Defizite durch China ebenfalls Chinas Exportboom am Leben gehalten wird. Könnten die amerikanischen Konsumenten nicht mehr so viel aus China importieren, bräche die chinesische Wirtschaft sofort zusammen.
China ist auf eine billige Währung angewiesen, um die Exporte am laufen zu halten. Anders als die Wahrnehmung im Westen ( Stichwort Milliardenmarkt ) es suggeriert, existiert nur ein unterentwickelter einheimischer Konsumentenmarkt, er beträgt - nach verschiedenen Schätzungen- nur 10 bis 30 % der Gesamtwirtschaft. Chinas Bürger sind zu arm, um den Boom aus eigener Kraft am Leben zu erhalten.
Allein im Jahre 2004 stiegen die Exporte von China in die USA um 35 %, China hängt vom amerikanischen Verbraucher so ab wie die USA von der Finanzierung der Defizite durch China..

Der Hintergrund der plötzlichen Kehrtwende ist jedoch im Ölpreis zu suchen- China sucht Wege, aus der Ölkrise herauszukommen. Durch die Abkopplung vom Dollar erhofft man sich eine Verbilligung der in Dollar fakturierten Ölimporte. Denn Öl wurde schon zur kritischen Masse bei der weiteren Entwicklung der Wirtschaft, wie obiger Chart zeigt.
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Erstellt 2003   http://www.china-intern.de