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Zusammenschluss von Galaxien

[16.01.2005] Ein internationales Wissenschaftlerteam, angeführt von einem NASA-Forscher, kündigte heute an, dass sie einen nahe gelegenen Zusammenschluss von zwei Galaxiehaufen beobachten konnten.


Das Ereignis wurde im European Space Agency's XMM-Newton Oberservatorium beobachtet. Wissenschaftler bezeichnen dieses Ereignis als einen perfekten kosmischen Sturm: Galaxiehaufen, die wie zwei Hochdruckwetterfronten aufeinanderprallen und Bedingungen ähnliches eines Hurrikans verursachen, stoßen die Galaxien weit von ihrem Weg ab und erzeugen Stoßwellen von 100 Millionen Grad Gas im intergalaktischen Raum. Die Daten wurden heute vom Observatorium bekannt gegeben.

Dieser beispiellose Zusammenschluss untermauert die Theorie, dass das Universum seine großartige hierarchische Struktur von „unten nach oben„ aufbaut, tatsächlich nämlich durch den Zusammenschluss von kleineren Galaxien und Galaxiehaufen zu Größeren.

"Hier vor unseren Augen sehen wir das Entstehen eines der größten Objekte im Universum,„ sagte Teamleiter Dr. Patrick Henry der Universität in Hawaii. „Was einmal vor 300 Millionen Jahren zwei verschiedene, jedoch kleinere Galaxiehaufen waren, ist nun zu einem großen Galaxiehaufen geworden, der sich in Aufruhr befindet. Die AOL Geschäftsübernahme von Time-Warner ist im Vergleich zu diesem Zusammenschluss ,Peanuts," fügte er hinzu.

Henry und seine Kollegen, Dr. Alexis Finoguenov und Ulrich Briel des Max-Planck Instituts in Deutschland präsentierten die Resultate in einem Journal für Astrophysik. „Die Prognose für diesen neuen Superhaufen ist eindeutig und klar," sagten sie, „mittlerweile ist das Schlimmste des Sturmes vorüber.„

Galaxiehaufen stellen die größte Struktur dar, die an die Gravitation gebunden ist und beinhalten hunderte bis zu tausende von Galaxien. Unsere Milchstraße ist Teil einer kleinen Gruppe, die auf die Jungfrau zusteuert. Wir werden in einigen Milliarden Jahren mit dieser zusammenstoßen.

Der Haufen Abell 754 in der Konstellation Hydra ist seit langer Zeit bekannt. Jedoch zeigen neue Beobachtungen, dass der Zusammenschluss wahrscheinlich von einer anderen Richtung ausging, als zuvor angenommen. Die Forscher fanden Beweise dafür in den zurückgebliebenen Trümmern der Strömung des Zusammenschluss, die sich über Millionen von Lichtjahren erstreckt. Obwohl andere große Zusammenschlüsse bekannt sind, wurde keiner in dieser Genauigkeit bemessen.

Zum ersten Mal haben Wissenschaftler eine vollständige „Wetterkarte„ von Abell 754 angefertigt und können eine Wettervorhersage treffen. Diese Karte enthält Informationen über die Temperatur, den Druck und die Dichte der neuen Anhäufung. In allen Anhäufungen besteht die meiste der normalen Materie zwischen den Galaxien in Form von Gasen. Diese sind nicht in den Galaxien oder Sternen eingeschlossen. Die massiven Kräfte der zusammenschließenden Anhäufungen beschleunigen intergalaktische Gase zu hohen Geschwindigkeiten. Dieses wiederum führt zu Stoßwellen, die das Gas hoch erhitzen, und zur Ausstrahlung von radioaktivem Licht, das viel energetischer ist, als das Licht, das unsere Augen wahrnehmen können.

Die neuen Bewegungen des Zusammenschlusses zeigen mit XMM-Newton eine Anhäfung, die sich im Übergang befindet. „Eine Haufen ist offensichtlich von Nordwesten aus in einen anderen geprallt und hat sich den Weg gebahnt," sagte Finoguenov. "Jetzt wird die Gravitationskraft die Überbleibsel der ersten Anhäufung zum Kern der Zweiten ziehen. Innerhalb der nächsten Milliarden Jahre, werden die Überbleibsel der Anhäufung sich setzen und der Zusammenschluss vollendet," fügte er hinzu.
Die Beobachtungen zeigen, dass sich die größten Strukturen im Universum immer noch formieren. Abell 754 befindet sich ziemlich nah an der Erde, in etwa 800 Millionen Lichtjahre entfernt. Die Formierung wird wahrscheinlich in einigen Milliarden Jahren vorüber sein. Eine mysteriöse schwarze Energie scheint die Ausdehnungsrate des Universums zu beschleunigen. Das bedeutet, dass Objekte in ansteigenden Geschwindigkeiten auseinander fliegen und Anhäufungen vielleicht sogar nicht die Möglichkeit mehr haben werden, miteinander zu kollidieren.

Röntgen-Beobachtungen der Galaxieanhäufungen wie Abell 754 werden dazu verhelfen, die schwarze Energie besser zu verstehen, ebenso wie die schwarze Materie, eine „unsichtbare„ Form von Materie, die scheinbar 80 Prozent eines Galaxiehaufens ausmacht.
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