
Dr. Wang Wenyi (The Epoch Times)
Dr.
Wenyi Wang, eine Reporterin der Epoch Times, wurde am 20. April beim
Besuch des chinesischen Präsidenten Hu Jintao bei seinem US
Amtskollegen George Bush abgeführt und verhaftet. Sie hatte zuvor von
der Pressetribüne laut gerufen: „KPC verheimlicht ihr Verbrechen Organe
von Falun Gong Praktizierende bei lebendigem Leibe in Arbeitslagern zu
entnehmen“, „Präsident Bush, lassen Sie ihn damit aufhören, Falun Gong
zu verfolgen!“ und „Hu Jintao, Deine Tage sind gezählt“. Dr. Wang ist
mittlerweile wieder auf freiem Fuß, ein Gerichtsverfahren ist für den
4. Mai angesetzt.
Es war eine persönliche Aktion von Dr.
Wenyi Wang, von der sich die Epoch Times Gruppe distanzierte und eine
Entschuldigung veröffentlichte. Allerdings wurde Dr. Wenyi Wang zum
Teil bei darauf folgenden Interviews mit anderen Medien gehindert,
darüber zu sprechen, warum sie wirklich die Zwischenrufe gemacht hat.
Im Folgenden ihre Stellungnahme vom 23. April 2006:
„Gestern
wurde ich vom Gericht in Washington D.C. freigelassen. Ich halte es für
wichtig, meine Gedanken und Erlebnisse [über die Vorkommnisse der
letzten Tage] öffentlich weiterzugeben.
Wie Sie wissen,
hat The Epoch Times am 9. März über die Verbrechen im Rahmen der
Organentnahmen in Sujiatun berichtet. Danach hat die Kommunistische
Partei in China umgehend alle Zeugen und Beweise an einen anderen Ort
gebracht und dann die Fakten geleugnet. Als Journalistin mit
medizinischem Hintergrund und mit Erfahrung auf dem Gebiet der
Transplantationsforschung wurde ich von The Epoch Times mit der
Recherche über die Organentnahmen an Falun Gong-Praktizierenden in
China beauftragt.
Seit Anfang März habe ich die beiden
Zeugen bei Interviews mit internationalen Medien begleitet, wir gingen
auch zusammen zum U.S.-Kongress und zu anderen Regierungsbehörden, um
darüber zu berichten.
Durch ihre Recherchen hat unsere
Zeitung gleichzeitig viele weitere Beweise und Informationen über den
großen Umfang an Organentnahmen und Organraub an lebenden Falun
Gong-Praktizierenden in Arbeitslagern in den Jahren 2001 – 2003
erhalten. Wir sind auch im Besitz vieler weiterer Beweise und Briefe
von Ärzten und Patienten, die im Zusammenhang mit Organraub stehen.
Manche Patienten sagten mir sogar direkt, dass in den letzten Jahren
viele Patienten aus anderen Ländern Organtransplantationen [in China]
durchführen ließen. Und nicht nur einem, sondern mehreren wurde vor der
Operation gesagt, dass die Organe von lebenden Falun
Gong-Praktizierenden stammten.
Es gibt noch etliche Ärzte,
die den gesamten Umfang und Hintergrund kennen. Sie haben uns auch
gesagt, wenn die Sache ans Tageslicht käme, wenn das vollkommen
enthüllt würde, dann würde man sehen, dass die Grausamkeiten noch weit
größer sind als alles, was in den Berichten von The Epoch Times bisher
geschrieben wurde. Wenn das alles aufgedeckt wird, dann wird die Welt
nur noch sprachlos sein.
Obwohl sie in engem Kontakt mit
uns stehen, wagen diese Menschen [die darüber Bescheid wissen und mit
Dr. Wang sprachen] nicht, an die Öffentlichkeit zu gehen, weil sie
Angst haben, dann umgebracht zu werden, damit sie als Zeugen mit
Beweisen vernichtet werden. Sie beobachten genau die Haltung der
Amerikaner und der internationalen Medien über diese Ereignisse, denn
sie brauchen dringend eine Umgebung, die ihnen Schutz bietet, wenn sie
ihre Beweise bekannt geben. Genau vor diesem Hintergrund ist mir klar
geworden, wie wichtig es ist, dass die USA und die ganze Welt
informiert werden. Andere Kollegen [der Zeitung] liefern ihnen deswegen
ständig die neuesten Informationen.
Hier möchte ich der
internationalen Gesellschaft sagen, viele Untersuchungen und sogar
Tonbandaufnahmen zeigen, dass auf dem Festland China in vielen
Krankenhäusern die Anzahl der Transplantationen rasant zugenommen hat.
Mehrere Webseiten für Transplantation geben an, dass sie in der Lage
sind, die benötigten Organe innerhalb von zwei Wochen oder sogar von
wenigen Tagen zu finden. Manche Krankenhäuser sagten direkt, dass die
Quelle (lebende) Falun Gong-Schüler sind. Eine Organtransplantation
beinhaltet viele unterschiedliche Faktoren. Voraussetzung ist, dass
Spender und Empfänger dieselbe Blutgruppe und HLA haben [Human
Leucocytesystem Antigen]. Außer bei eineiigen Zwillingen ist derselbe
HLA-Typ sehr schwer zu finden. Nur eineiige Zwillinge haben gleiche
HLA. Identische HLA ist fast unmöglich zu finden. Normalerweise kann
man für eine Transplantation nur unter einigen Hunderten bis zu einigen
Zehntausenden einen passenden Spender finden, der nicht aus der Familie
selbst stammt und ähnliche HLA aufweist. Deswegen benötigen die
Patienten bestimmte Präparate, um die Zellabwehrreaktionen zu
unterdrücken.
Es ist unglaublich, dass das internationale
Transplantations-Zentrum in Shenyang [Provinzhauptstadt im Nordosten
Chinas] offiziell und in verschiedenen Sprachen darüber informieren
kann, dass man dort in einem Zeitraum von 2 – 3 Wochen die Nieren
austauschen und dann wieder seine Arbeit aufnehmen kann. Das kann nur
der Beweis dafür sein, dass hinter diesem Transplantationszentrum eine
große lebende Organbank steht, die schon vorher auf HLA getestet wurde.
Für eine Herztransplantation kann das Organ höchstens 4 – 6 Stunden
außerhalb des menschlichen Körpers transplantationsfähig erhalten
werden. Die Zeit von der Entnahme bis zum Implantieren eines Organs
beträgt für ein Herz 4 – 6 Stunden, für eine Niere 24 – 48 Stunden, für
eine Leber 12 – 24 Stunden. Es ist sehr schwierig, innerhalb kurzer
Zeit einen passenden Organspender zu finden.
In Shenyang
gibt es ein Dutzend Gefängnisse und Arbeitslager; auch in anderen
Gefängnissen und Arbeitslagern sind seit Jahren viele Falun
Gong-Schüler eingesperrt. Tausende von Praktizierenden sind
verschwunden, sie werden überall von ihren Familien gesucht, aber es
findet sich keine Spur von ihnen.
Nach dem Bekanntwerden
des Todeslagers Sujiatun wurde die chinesische Webseite des
Transplantationszentrums geschlossen. Für mich als Ärztin ist es klar,
dass auf dem chinesischen Festland eine große Anzahl von lebenden
Organbanken existiert. Dieser Gedanke schmerzt mich sehr. Ich kann auch
nicht ertragen, dass die KP Chinas die vorläufige Vorschrift für die
Organentnahme veröffentlicht hat und dass viele Krankenhäuser bei
Telefonaten sagten, die Patienten sollten sofort kommen, weil es nach
dem 1. Juli schwierig werde. Es ist sehr offensichtlich, wie die KPC
einerseits bemüht ist, Beweise zu vernichten und andererseits noch
schnell viele Transplantationen durchgeführt werden. Tonbandmitschnitte
solcher Telefonate sind schon auf der Webseite von WOIPFG (World
Organization to investigate the Persecution of Falun Gong)
veröffentlicht.
Ich habe New York verlassen; ich habe kaum
Zeit, mich um meine Familie zu kümmern. Seit einem Monat pendele ich
unablässig zwischen Regierungsbehörden und Medien hin und her. Meine
einzige Hoffnung ist, dass das Verbrechen der Organentnahme an Falun
Gong-Schülern sofort beendet wird, um diese Menschen zu retten.
In
meinen Gesprächen mit internationalen Medien haben manche meiner
Gesprächspartner geäußert, dass sie die Organentnahmen an Lebenden für
wahr halten. Aber sie können den Druck nicht ertragen, wenn sie darüber
berichten würden, und das betrifft wahrscheinlich auch noch die
Beziehungen zwischen China und ihren jeweiligen Heimatländern. Daher
können sie sich nicht dazu äußern.
Jetzt kam Hu Jintao zu
Besuch in die USA. Am 19. April, einen Tag vor dem Treffen zwischen
Bush und Hu, war ich im US-Kongress bei einer Anhörung über die
Situation der Menschenrechte in China anwesend. Aber die zwei Zeugen,
die das Ereignis unter Einsatz ihres Lebens bestätigen, und ich,
durften bei dieser Anhörung nicht über unsere Beweise berichten. Weil
sie [die Zeugen] ständig bedroht werden, wagten sie sich nicht an die
Öffentlichkeit.
Am 20. April war ich zur Berichterstattung
als Journalistin bei dem Treffen zwischen Bush und Hu anwesend. Als ich
sah, dass Bush [seinem Kollegen] Hu die Hand schüttelte, habe ich an
die Leben gedacht, die von Organraub bedroht sind. Mein Herz wurde
schwer. Ich habe dann die Gedanken, die in meinem Herzen waren,
ausgesprochen.
Ich möchte nicht mit ansehen, dass der
US-Präsident und die internationalen Medien noch einmal von der KPC
betrogen werden. Ich hoffe auch, dass Hu nicht Jiang Zemin folgen wird
auf dem Weg von Unmenschlichkeit und Völkermord.
Ich habe
die Zwischenrufe gemacht, weil ich die Verbrechen entlarven und die
Welt über die grausame Verfolgung von Falun Gong informieren möchte.
Seit
diesem Jahr bin ich ständig bemüht, der internationalen Gesellschaft
ein wahres Bild von der Situation zu vermitteln. Ich habe mehrmals
Interviews bei der UNO und mit Politikern geführt. Ich denke, die
Organentnahme an Lebenden ist das grausamste Verbrechen, das es bisher
in der Geschichte der Menschheit gegeben hat. Als ich aus dem
Gericht kam, habe ich vielen Medien berichtet, was ich erlebt habe.
Neulich war ich zu einem [Life-] Interview bei einem internationalen
Sender eingeladen. Mir wurde vorher gesagt, das Thema
Organ-Transplantation sollte ich nicht erwähnen. Bis heute ist das
Verbrechen der Organentnahme in den Arbeitslagern noch nicht in der
internationalen Gesellschaft umfassend aufgedeckt worden. Über die
Gründe, warum ich in diesem wichtigen Augenblick die Zwischenrufe
machte, haben die Medien noch immer nicht ausführlich berichtet. Aber
genau das, was ich hier berichtet habe, ist der Grund für meine
Zwischenrufe gewesen.
Die USA haben sich Respekt erworben,
weil sie die Menschenrechte achten. Ich denke, Völkermord und
Organentnahme an Lebenden berühren uns alle und fordert uns heraus. Es
ist eine Herausforderung der Menschlichkeit. Das ist eine
Herausforderung an alle Menschen. Solche Verbrechen und Sünden dürfen
nicht weitergehen!