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"Aktivisten" auf Pekings Strassen - Chinesen werden mutiger


Wenn auch der von Medien verwendete üble  Begriff "Aktivist" aus dem Sprachschatz des Kommunismus kommt, dennoch: Immer mehr Chinesen rebellieren gegen Unrechtmäßigkeit und Korruption in ihrem Land. Immer mehr Proteste dringen an die Öffentlichkeit und bringen Chinas Machthaber in Bedrängnis, besonders auf der internationalen Bühne. Der Blick der Medien auf China als Austragungsort der Olympischen Spiele 2008 wird immer skeptischer.



Am 1. Juli berichtete die Nachrichtenagentur AP von dem Todessturz einer schwangeren Frau, die zur Abtreibung gezwungen werden sollte. Die Frau ist bereits Mutter eines Kindes und erwartete Zwillinge. Sie sei aus ihrer Wohnung in der ostchinesischen Stadt Hefei entführt und zur Zwangsabtreibung ins Krankenhaus gebracht worden. Einer von unendlich vielen Fällen, die zeigen, wie Chinas kommunistisches Regime weiterhin versucht, seine Ein-Kind-Politik durchzusetzen. http://www.dieneueepoche.com/articles/2006/07/01/34792.html
Chen Guangcheng, ein blinder Menschenrechts-Aktivist (http://www.gmwq.org)


Diese rechtswidrigen Praktiken prangert der blinde Chen Guangcheng, 34 Jahre alt und selbst verheiratet, seit längerer Zeit in seinem Heimatort Linyi öffentlich an, wo sie von Regierungsbeamten an Schwangeren durchgeführt werden. Dafür wurde er im vergangenen Jahr wiederholt festgenommen. Ebenso im März dieses Jahres und ohne rechtliche Grundlage, bis seine Familie darüber informiert wurde, dass er sich seit 10. Juni in einem Untersuchungsgefängnis in der Provinz Shandong befindet.

Auf den Straßen von Peking am 27. Juni

Nach einem Gruppenfoto wird es ernst: Sie gehen auf die Strasse. Sie wissen, dass sie für ihre als Happening aufgezogene Demonstration verhaftet werden können. Sie zeigen auf den Strassen ihre T-Shirts mit dem Bild des blinden Chen. Die Bürger schauen ihnen nach. Der eine oder andere lässt sich auf ein Gespräch mit ihnen ein. Stunden später kehren sie wieder zurück, ihnen ist nichts passiert.
Mit diesen T-Shirts und den Augenbinden wollen wir in den Strassen von Peking für Gerechtigkeit demonstrieren. (Foto: Epoch Times)

Zur Unterstützung des festgenommenen Chen Guangcheng demonstrierten chinesische Demokratie-Unterstützer, Menschenrechts-Aktivisten und Bürger, die von dem Massaker am Tiananmen 1989 eine Behinderung davon trugen, in den Straßen von Peking. Sie trugen Augenbinden und T-Shirts mit Chens Bild und der Aufschrift "Lasst Chen Guangcheng frei". Ein Affront gegen das autoritäre chinesische Regime.

Nach 89 Tagen in rechtswidrigem Gewahrsam wurde für Chen von der Abteilung für Öffentliche Sicherheit der Stadt Linyi, Provinz Shandong, offiziell die Haftstrafe verkündet wegen des Verdachtes, an "vorsätzlicher Sachbeschädigung und Behinderung des Verkehrs während der Organisation von Versammlungen" beteiligt gewesen zu sein.

Chen Guangcheng wurde vom Time Magazine als einer der "100 Top Leute des Jahres 2006, die unsere Welt gestalten" bezeichnet und von Hongkongs Wochenzeitschrift Asian Weekly zu den "Heldenhaften Menschen des Jahres 2005" gezählt. Seit dem 11. März 2006 fehlte von Chen jede Spur.
Marsch durch die Strassen Pekings um auf die Notlage von Chen Guangcheng aufmerksam zu machen. (Foto: Epoch Times)


Zhao Xin, der bekannte Menschenrechtler und Vorsitzende von "Ren Zhi Quan" (auf Deutsch: Quelle der Gutherzigkeit), eines Vereins für Bürgerrechte in China, erklärte in einem Interview mit The Epoch Times: „Wir zeigen unseren Respekt für Chen, indem wir heute mit T-Shirts mit seinem Foto auf die Straßen von Peking gehen und Augenbinden tragen. Mit dieser Aktion fordern wir Gerechtigkeit für ihn.“

Zhao Xin berichtete weiter: "Chen Guangcheng setzte sich für die Menschenrechte der Bewohner seines Dorfes ein. Auf dem Land wurden Viele von der Regierung zu Abtreibung und Sterilisation gezwungen. Manche wurden sogar verprügelt. Er hilft diesen Menschen, doch das kommunistische Regime wertet sein Tun als Aufruhr.“

Immer mehr Chinesen rebellieren gegen Unrechtmäßigkeit und Korruption in ihrem Land. Immer mehr Proteste dringen an die Öffentlichkeit und bringen Chinas Machthaber in Bedrängnis, besonders auf der internationalen Bühne. Der Blick der Medien auf China als Austragungsort der Olympischen Spiele 2008 wird immer skeptischer.

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